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11.01.2007 
Schulbildung

Länder geben Naturwissenschaften mehr Gewicht

Die Not der Wirtschaft stößt auf Verständnis in der Kultusminister-Szene: „Grundwissen in Naturwissenschaft und Technik sind ein unverzichtbarer Bestandteil von Bildung – der bei uns in den vergangenen 20 Jahren leider oft unterbelichtet war“, sagte die Präsidentin der Kulturministerkonferenz (KMK), Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave, dem Handelsblatt.

HB DÜSSELDORF. Als Konsequenz „haben wir in Schleswig-Holstein jetzt entschieden, Mathe und zwei Naturwissenschaften verpflichtend bis zum Abitur zu unterrichten“, sagte die Sozialdemokratin. Diesen Weg haben auch Hamburg und Baden-Württemberg eingeschlagen.

Das vor allem von den Ingenieuren seit Jahrzehnten geforderte Pflichtfach Technik – in Großbritannien und Frankreich längst Realität – wird es aber auch weiterhin nicht geben. „Dazu hätten wir derzeit auch gar nicht die Lehrkräfte“, wiegelt KMK-Präsidentin Erdsiek-Rave ab.„Ich halte mehr davon, vom Kindergarten an das Interesse an Technik und Naturwissenschaften, oder einfach am Basteln und Tüfteln zu wecken. Das muss dann im Sachunterricht der Grundschule fortgeführt werden.“

In weiterführenden Schulen sei es am sinnvollsten, Technik in die Naturwissenschaften wie Physik und Mathe zu integrieren – „das ist erfolgreicher als ein eigenes Fach Technik, was dann womöglich wieder nur die Jungen wählen“, meint Erdsiek-Rave.

Hintergrund ist der massive Nachwuchsmangel bei Ingenieuren, Naturwissenschaftlern, aber auch Informatikern. Das Interesse der deutschen Schulabgänger an diesen Disziplinen ist nicht nur weit geringer als in anderen Nationen – vor allem bei den Frauen – sondern zuletzt sogar wieder gesunken.

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