Länder planen Verbot
Kein Versandhandel mit rezeptpflichtigen Pillen

Mehrere Bundesländer wollen den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln stoppen. Auch sogenannte Pick-up-Stellen in Drogerien und Supermärkten, an denen Verbraucher heute bei einer Versandapotheke bestellte Arzneimittel abholen können, sollen verboten werden.

BERLIN. Der Gesundheitsausschuss der Länderkammer stimmte in dieser Woche mit elf zu vier Stimmen für eine entsprechende Gesetzesinitiative der Landesregierungen von Bayern und Sachsen. Eine Mehrheit im Bundesrat am 3. April sei so gut wie sicher, hieß es nach der Sitzung.

„Die Chancen stehen gut“, sagte auch Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU). „Der nächste Freitag kann ein guter Tag für die Apotheken in Deutschland werden. Wir wollen sicherstellen, dass es auch in Zukunft eine sichere und qualitativ hochwertige Versorgung mit Medikamenten in Deutschland gibt“, sagte Söder dem Handelsblatt. „Wir wollen keine Supermarktmedizin.“

Gerade bei rezeptpflichtigen Medikamenten mit ihren oft schwerwiegenden Nebenwirkungen sei eine sachkundige Beratung unerlässlich. Diese gebe es nun einmal nur in der Präsenzapotheke. „Wir müssen verhindern, dass Medikamente neben Schokolade und Schuhcreme im Ladenregal liegen“, sagte Söder.

Das Verbot soll nach den Vorstellungen der Länder an die bereits in den Bundestag eingebrachte Novelle des Arzneimittelgesetzes angehängt werden, so dass es bereits am 1. August in Kraft treten könnte. Noch ist allerdings nicht sicher, ob es auch im Bundestag die erforderliche Mehrheit finden wird.

Der Bundesverband der Versandhändler sieht in dem Verbot einen unverhältnismäßigen und damit grundgesetzwidrigen Eingriff in die Berufsfreiheit der über 2000 Versandhändler. Ihr Marktanteil liegt derzeit bei rezeptpflichtigen Medikamenten bei zwei Prozent, bei rezeptfreien Präparaten sind es sieben Prozent. pt

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