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Ländercheck: Gebühren schrecken Studierende nicht ab

exklusiv Im Streit um die Studiengebühren kommt der neue Ländercheck des Stifterverbandes der Wirtschaft für die Wissenschaft zu einem eindeutigen Ergebnis: Die finanzielle Belastung hat das steigende Interesse am Studium nicht gedämpft.

Demonstation gegen Studiengebühren: Viel Lärm um Nichts? Quelle: dpa
Demonstation gegen Studiengebühren: Viel Lärm um Nichts? Quelle: dpa

BERLIN. Die Gebühren haben auch nicht dazu geführt, dass weniger Kinder aus einkommensschwachen oder bildungsfernen Familien studieren, heißt es in der Studie, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

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Seit 2007 verlangt ein Teil der Bundesländer Studiengebühren von bis zu 500 Euro pro Semester. Seither tobt ein hoch emotionaler Streit darüber, ob diese Gebühren vor allem Kinder aus ärmeren oder bildungsfernen Familien vom Studium abhalten. Gäbe es dafür Belege, wäre das Ziel der Bildungspolitiker und der Wirtschaft konterkariert, künftig mehr Akademiker auszubilden.

Der Stifterverband hat die Jahre 2006 bis 2008 untersucht. Danach sind die Studentenzahlen in den Gebühren-Ländern insgesamt nicht weniger stark gestiegen als in den Ländern, die ihre Studierenden nicht zur Kasse bitten. Auch die soziale Zusammensetzung hat sich in beiden Blöcken nicht auseinanderentwickelt. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern sind aber sehr groß.

Statt über eine Abschaffung „sollten die Länder daher eher über eine gerechte und effiziente Gestaltung des Gebührensystems nachdenken“, fordern die Autoren Pascal Hetze und Mathias Winde. Als Vorbild empfehlen sie den Gewinner des Länderchecks, das Gebühren-Land Hamburg. Die Hansestadt konnte sowohl mehr Studenten insgesamt anlocken als auch den Anteil Ärmerer oder Bildungsferner erhöhen - und lag damit insgesamt vor allen Westländern. Die schlechtesten Ergebnisse weist der Ländercheck für das Gebühren-Land Niedersachsen aus: Dort ist die Zahl der Studienanfänger - gegen den Gesamttrend - sogar um fünf Prozent gesunken.

Eine Erklärung für den Hamburger Erfolg könnte sein, dass der schwarz-grün regierte Stadtstaat die Gebühren nicht nur auf 375 Euro pro Semester gesenkt hat, sondern als bisher einziges Land die Gebühren erst nach dem Berufseintritt kassiert - ab einem Jahreseinkommen von 30 000 Euro. Jeder zweite Student nutzt mittlerweile die Stundung, der Stifterverband empfiehlt sie als „Königsweg“.

Auch international ist die nachgelagerte Studienfinanzierung ein Thema. So erwägt Großbritannien, Studiengebühren ganz abzuschaffen und Absolventen stattdessen über höhere Einkommensteuern an den Kosten ihres Studiums zu beteiligen. Derzeit kostet das Studium in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hamburg bis zu 1000 Euro pro Jahr. Hessen und das Saarland haben die Gebühren wieder abgeschafft, auch die neue rot-grüne Regierung in Düsseldorf will das tun. Die Einnahmen aus den Gebühren betrugen 2008 rund 1,2 Mrd. Euro. Das waren sieben Prozent des Budgets aller Hochschulen. Das Aufkommen war damit so hoch wie die Drittmitteleinnahmen für Aufträge aus der Wirtschaft.

  • 23.09.2010, 13:53 UhrAnonymer Benutzer: Mariana Mayer

    Anschließend stehen viele Studenten arbeitslos auf der Strasse rum oder kommandieren in Unternehmen ihre Leiharbeitertrupps herum: Das sind ja nur die rechtelosen "Die Untermenschen", bildungsferne Schichten. So agieren die EliteAkademiker in den betrieben, Ausbeutung und anschließend abschieben.

    Die praktizierte Wissenschaft von Sarrazin, die angeblich nicht stimmt, wird jedoch in der Praxis flächendeckend durchgeführt.

    Nun Leiharbieter raus, ab in Hartz4 oder in die Obdachlosigkeit. Studium in Deutschland. Echt lohnenswertes Geschäft für den bildungsmarkt. Gefördert vom Staat. Für Aggressivität gegen Minderheiten gibt es immer eine kleine extra belohnung und bonuspunkte in der Karriere.

  • 23.09.2010, 13:06 UhrAnonymer Benutzer: Leertasche

    SUPPi !
    Da es sich beim Stifterverband um einen Zusammenschluß von mehr als 3000 Unternehmen handelt ist diese ja offensichtlich mit den Gegebenheiten zufrieden.
    Und da man ja nicht Deutschlandweit überall kleine und große Hamburgs mit Unis aufmachen kann, ist es ja logisch, da Studiengebühren eh keinen Einfluß auf Studierende aus geringverdienenden Familien hat, ist ja festgestellt, die Studiengebühren flächendeckend einzuführen und über Erhöhungen zur Kostendeckung zu bringen, oder?
    ;-)
    kann natürlich auch sein, dass sich hier die vertreter der wirtschaft irgendwie irren.

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