
BERLIN. Ein Masterstudium für Menschen mit Berufserfahrung ist in Deutschland noch immer eine Rarität. Nur jeder achte Studiengang kann auch nach einer Praxisphase studiert werden. Das zeigt der Ländercheck des Stifterverbandes der Wirtschaft für die Wissenschaft, der dem Handelsblatt vorliegt.
Damit ist eine Säule der Bologna-Reform noch sehr dünn. Das in Bachelor und Master zweigeteilte Studium soll auch ermöglichen, dass Bachelorabsolventen später einen Master anschließen – im gleichen Fach oder auch in einem anderen. In angelsächsischen Ländern ist dies weit verbreitet und wird teilweise auch von Arbeitgebern unterstützt.
„Das ist nicht nur aus bildungs- und arbeitsmarktpolitischen Erwägungen ideal, sondern bietet auch jedem Einzelnen optimale Entwicklungsmöglichkeiten“, sagte Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbands.
Zudem sollen die Hochschulen so ihren Teil an der Weiterbildung übernehmen, den bisher Private dominieren. Die Weiterbildung gilt generell als zentrales Element, um künftig Fachkräftemangel zu verhindern. In Deutschland gibt es derzeit 527 weiterbildende Masterstudiengänge, die mindestens ein Jahr Praxis voraussetzen. Das sind zwar mehr deutlich mehr als im Herbst 2008, doch ist der Anteil mit 12 Prozent nach wie vor gering.