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Längere Laufzeiten: Kartellamt ist von Atom-Beschlüssen enttäuscht

Während die Koalition über ihren neuen Atomkonsens jubelt, fällt das Urteil von Kartellamtspräsident Andreas Mundt bitter aus. Dieser sieht den Wettbewerb als klaren Verlierer. Für Kanzlerin Merkel ist das neue Energiekonzept mit längeren Atomlaufzeiten indes eine „Revolution“. Die Gewinner stehen so oder so schon fest: Die großen Stromkonzerne profitieren.

Ein Arbeiter blickt im Kernkraftwerk Gundremmingen zur Öffnung eines Kühlturms empor. Quelle: dpa
Ein Arbeiter blickt im Kernkraftwerk Gundremmingen zur Öffnung eines Kühlturms empor. Quelle: dpa

HB BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat das schwarz-gelbe Energiekonzept mit den längeren Atomlaufzeiten als „Revolution“ bewertet. Es sei ein weitreichendes und umfassendes Konzept für die nächsten Jahrzehnte vereinbart worden, sagte Merkel am Montag in Berlin. „Unsere Energieversorgung wird damit die effizienteste und auch die umweltverträglichste weltweit.“

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Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, indes hat sich mit Verweis auf einen mangelnden Wettbewerb enttäuscht über die Atomeinigung der Bundesregierung geäußert. Im Zuge der Verhandlungen hätte man dafür sorgen müssen, dass die großen Energiekonzerne für die Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke Kapazitäten an anderer Stelle im fossilen Bereich abgeben müssten, sagte Mundt in München.

Er habe bei den Verhandlungen der Bundesregierung die Einbeziehung der Produzenten der restlichen 20 Prozent der Energie vermisst. „Es wäre schön gewesen, wenn es von dort auch eine starke Stimme gegeben hätte, zum Beispiel vom VKU (Verband kommunaler Unternehmen)“, sagte Mundt und fügte an: „Der Wettbewerb hat keine Lobby.“ Die Bundesregierung habe die Verhandlungen nicht dazu genutzt, die Strukturen des Marktes zu verbessern. Die Spitzen der Koalition hatten sich am Sonntag auf eine Verlängerung der Atomlaufzeiten um im Schnitt zwölf Jahre verständigt.

Der VKU selbst reagierte enttäuscht auf das Ergebnis. „Die Marktmacht der großen Konzerne bei der Energieerzeugung wird durch die Vorfestlegungen der Bundesregierung zementiert“, sagte VKU-Präsident Stephan Weil. Die Bundesregierung riskiere, dass viele „der kommunalen Investitionen für den Ausbau der erneuerbaren Energien und neuer hoch effizienter Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen nicht mehr getätigt werden“.

Nach Ansicht des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) sind die Verbraucher die Verlierer des Kompromisses. Die Atomlobby habe sich „mit ihren dreisten Forderungen auf ganzer Linie durchgesetzt“. Der Bundesverband WindEnergie sprach von einer „Rolle rückwärts zur Energietechnologie von gestern“. Kernkraftwerke würden noch Jahrzehnte „die Stromnetze verstopfen“ und so den möglichen Ausbau der Windenergie blockieren.

  • 09.09.2010, 14:50 UhrAnonymer Benutzer: ABSCHALTEN

    Jedes Kernkraftwerk produziert pro MW elektrischer Leistung im Jahr
    etwa die Menge an Radioaktivität die einer Hiroshima-Atombombe entspricht.
    Das Kerninventar eines durchschnittlichen Reaktors entspricht etwa 4000 solchen bomben.
    Nebenan in Abklingbecken und Zwischenlager lagert nochmals ein vielfaches davon.
    Wenn man heute die Wirkung von einfacher und billiger bunkerbrechenden Waffen sieht,
    (z.b. bunkerfaust) welche in der Lage sind eine dicke Stahlbetonwand problemlos
    zu durchdringen und dann sollte man sich nicht der illusion hingeben daß es hier
    einen Schutz möglich sei.
    Es gibt auch nach über 60 Jahren der Suche weltweit kein Endlager.
    Asse säuft ab (die Sanierungskosten > 3,7 Mrd. Euro trägt der Steuerzahler)
    Das Verursacherprinzip gilt nicht für Atommüll.
    billig ist Atomstrom nicht wenn man die Subventionen von bisher ca. 60 Mrd. Euro berücksichtigt.
    KiKK-Studie zeigt es gibt Häufung von Krebs bei Kindern um Kernkraftwerke
    25 Jahre Atomstrom == 100 000 Jahre Atommüll
    Die einzige vernünftige Konsequenz: AbSCHALTEN!

  • 06.09.2010, 20:45 UhrAnonymer Benutzer: Mischael

    Wenigstens vom bundeskartellamt kommen jetzt sinnvolle Aussagen, nachdem die Propagandabeauftragten jetzt nach dem gewünschten Ergebnis ihre Arbeit eingestellt haben!

    Jetzt hat natürlich jeder Stromkunde die Möglichkeit, sich nach Alternativen zu den Monopolisten umzusehen!

    Schade, dabei lernen wir doch alle schon in der Schule, daß Monopole für den Verbraucher das schlimmste sind, und wenn es sich noch um ein System handelt, bei dem die Kraftwerke vom Steuerzahler subventioniert werden und die Gewinne privatisiert, fällt mir echt nichts mehr dazu ein!

    ich hätte mich gefreut, hier als bürger mal selbst mitzuentscheiden, Stichwort Volksentscheid!!!

    Armes Deutschland!!!

  • 06.09.2010, 18:15 UhrAnonymer Benutzer: Sybrand

    Hier ist doch nichts Unerwartetes passiert: in Deutschland hat man nur die Wahl zwischen einer kaputten Umwelt (CDU/CSU/FDP) und den Förderern der Armut (SPD/Grüne/Linke). ich gehe schon lange nicht mehr hin.

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