Lafontaine dürfte rechte Wählerschichten für Linksbündnis gewinnen
Große Koalition rückt in den Blickpunkt

Das Erstarken der künftigen Linkspartei aus WASG und PDS macht aus Sicht von Wahlforschern eine Große Koalition wahrscheinlicher.

BERLIN. Der Geschäftsführer von Infratest dimap, Richard Hilmer, sagte dem "Tagesspiegel" (Dienstagausgabe): "Wer nach der nächsten Bundestagswahl regieren will, braucht voraussichtlich 48 Prozent der Stimmen. Zurzeit steht Schwarz-Gelb bei 51, aber das kann sich bis Mitte September ändern."

"Als´das Linksbündnis begann, lag es bei fünf Prozent, jetzt bei zehn Prozent. PDS und WASG haben ihren Stimmenanteil in kürzester Zeit verdoppelt. Das kann Auswirkungen haben." Hilmer befürchtet auch, dass Oskar Lafontaine rechte Wähler gewinnen wolle. Hilmer sagte: "Das Rechtspotenzial umfasst neun Prozent. Seitens Lafontaine gibt es offenkundig die Absicht, diese Wählerschichten zu gewinnen, also auch Wähler, die sich mit rechten Parolen anfreunden können."

Nach Einschätzung des Meinungsforschers Manfred Güllner werden die linken Signale der SPD im neuen Wahlmanifest den Sozialdemokraten allerdings kaum zu mehr Stimmen verhelfen. Der Chef des Forsa-Instituts nannte etwa die Forderung nach einer Reichensteuer in der Online-Ausgabe der "Financial Times Deutschland" ein "durchschaubares Wahlkampfmanöver". Die meisten Wähler fänden solche Forderungen zwar richtig. "Deshalb werden sie aber nicht SPD wählen."

Unabhängig von dem Wahlprogramm sieht Güllner kaum Chancen für die SPD, aus ihrem Umfragetief zu kommen. "Die Partei hat auf allen Ebenen abgewirtschaftet, in den Kommunen, in den Ländern und jetzt auch im Bund. Sie hat keine Leute. Wie soll sie da den Trend drehen?"

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