Lafontaine im Interview
„SPD und Grüne wollten Neuwahlen herbeiführen“

Oskar Lafontaine wirft der NRW-Regierung vor, die Landtagsauflösung provoziert zu haben Im Interview mit Handelsblatt Online erneuert die Eminenz der Linken das Angebot, der SPD bei der Rückkehr ins Kanzleramt zu helfen.
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SaarbrückenHandelsblatt Online: Welche Auswirkungen hat die Neuwahl in NRW auf die politische Landschaft in Deutschland?

Oskar Lafontaine: Die Wahl in Nordrhein-Westfalen ist die wichtigste in Landtagswahl in Deutschland und hat daher große Auswirkungen. Das gilt jetzt umso mehr, wenn die Parteienlandschaft so stark in Bewegung ist. Warten wir das Wahlergebnis einmal ab.

Hannelore Kraft fehlte bei der Abstimmung über den Haushalt nur eine Stimme. Hat die Linke in NRW einen strategischen Fehler gemacht, als sie die Zustimmung verweigerte? Nun muss sie um den Widereinzug in den Landtag bangen …

Die vorgezogene Landtagswahl kann man weder den Linken noch der FDP in die Schuhe zu schieben. Wenn einer Regierung eine Stimme fehlt, muss sie für eine Mehrheit sorgen. Die Linke hatte nur eine Kernforderung gestellt: das Sozialticket einzuführen. Bei der Größe des Landeshaushaltes war das kein Problem.

Daran ist es gescheitert?

Man muss davon ausgehen, dass SPD und Grüne unbedingt Neuwahlen wollten und alles dafür getan haben, sie herbeizuführen.

Nun wird 2012 mit Wahlen im Saarland, in NRW und Schleswig Holstein doch zum Superwahljahr. Begrüßen Sie das?

Was die vorgezogenen Wahlen im Saarland und in Nordrhein-Westfalen angeht, ganz und gar nicht. Die Wählerinnen und Wähler haben den Eindruck, dass mutwillig aus taktischen Gründen Wahlen angesetzt werden, um sich Vorteile zu verschaffen. Das hat Annegret Kramp-Karrenbauer hier im Saarland praktiziert – und so scheint es jetzt auch in Nordhein-Westfalen zu laufen. Die rot-grüne Koalition wird nach der Wahl in Düsseldorf wahrscheinlich fortgesetzt. Dafür ist der Aufwand ebenso wenig zu vertreten, wie hier im Saarland.

Die Umfragen sehen die Linke in NRW bei drei bis vier Prozent. Wie groß ist die Gefahr, dass sie nicht wieder in den Landtag einzieht?

Es gibt auch Umfragen, in denen wir bei fünf oder sechs Prozent liegen. Aber wir müssen um den Wiedereinzug kämpfen. Weil SPD und Grüne durch Hartz IV und die Agenda 2010 verantwortlich sind für den starken Niedriglohnsektor und für millionenfach drohende Altersarmut ist eine starke Linke im Düsseldorfer Landtag unverzichtbar.

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  • Egal welche Partei,sie alle arbeiten am Untgergang Deutschlands mit ,der schon vor dem 1.WK beschlossen wurde. Sie alle sind Lakaien der NWo,sie alle lassen zu .dass Deutsche täglich mit Chemtrails besprüht werden.Alle Parteien gehören aufgelöst und eine direkt gewählte Bürgerbewegung muß diese Bilderbergervasallen ablösen und einsperren lassen,wenn man noch etwas retten will,was einmal Deutschland war. Sie haben durch Dauerverschuldung dem deitschen Volk den letzten Hieb gegeben. Daraus kommen sie nie mehr raus. Durch massenhafte Medien -und Hirnmanipulation gehen diese ehemaligen Deutschen nicht mal mehr für ihr Überleben auf die Strasse. Napoleon hatte und hat mit seiner Einschätzung der Deutschen völlig Recht.Die Griechen stehen auf und in vielen Ländern bewegen sich die Massen,aber der Deutsche....? Gute Nacht

  • Lieber Oskar,

    ich bin's, der Hardy, du erinnerst Dich - in den frühen 80ern hast Du mir mal auf einem Platz in Saarbrücken mit vielen anderen erklärt, was es mit diesen 7 Minuten auf sich hat, die Mittelstreckenrakten so von hie nach da brauchen. Das habe ich dann später mal in einer JU Versammlung erzählt und die waren plötzlirh starr vor Angst.

    Dein "Sekundärtugenden" habe ich geliebt, mich gefreut, daß du vielleicht mal Kanzler werden könntest - und war erschüttert, als Dir diese Irre das Messer in den Hals gerammt hat.

    Was mich dann aber richtig geärgert hat: Diese Numemr mit "den Kram hinwerfen". Nicht, daß ich es nicht verstanden hätte, aber - sorry, das war dumm dumm dumm. Das wird nur noch getoppt von deiner Teilnahme an der Gründung der "Linken". Eine Zeitlang dachte ich, Du machst das um den Fehler der SPD, die PDS nicht zu integrieren, a la longue zu korrigieren.

    Und, was ist?

    Jetzt sitzt du da in dieser von Dilletanten geführten Klitsche von Partei und grummelst vor Dich hin. Das tut mir in der Seele weh, Dich so _gescheitert_ zu sehen.

    Wo stünde die SPD, wenn Du nicht das Mimöschen gespielt hättest? Wie könnte es sein, wenn Du statt Dich in die Büsche zu schlagen, einfach abgewartet und nachher die Scherben aufgesammelt hättest? Ich denke, das fragst Du dich auch manchmal, wenn der Klaus und die Gesine mal wieder nur MITS bauen.

    Tut mir leid, lieber Oskar, aber wählen werde ich Dich nie.

    Weil du beim nächsten Mal wieder die beleidigte Leberwurst spielen könntest und überhaupt - Du bist in der falschen Partei. Das mag für Dich den späten - verdienten - Respekt bedeuten, aber das ist das Problem, es geht Dir um Dich selbst und Deine Befindlichkeit.

    Das finde ich sehr schade, weil ich Dich mal sehr gemocht habe. Temps perdu.

    Für's Saarland drücke ich Dir aber trotzdem mal die Daumen, aus alter Freundschaft und weil Du dort eben immer noch "Uhs Oska" bist.

  • Viel Spaß in der APO ...

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