Lagebericht zur organisierten Kriminalität
Betrug mit Kredit- und EC-Karten nimmt massiv zu

Kinderpornographie und Rauschgifthandel - nur zwei Themen, die BKA-Chef Jörg Ziercke Sorgen bereiten. Der Bericht seiner Behörde verrät, welchen Schaden die organisierte Kriminalität in Deutschland verursacht. Zwar ging die Zahl der Straftaten in diesem Bereich insgesamt zurück. Auffällig ist aber der zunehmende Betrug mit Kredit- und EC-Karten.

HB BERLIN. Den Bundeslagebericht „Organisierte Kriminalität“ für das Jahr 2007 legte Jörg Ziercke, Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), am Mittwoch in Berlin vor. Aus dem Bericht geht hervor, dass die Anzahl der Straftaten in diesem Bereich insgesamt zurück gegangen ist.

Waren 2006 noch 622 Verfahren eröffnet worden, ermittelten die Fahnder im vergangenen Jahr in 602 Fällen. Knapp 60 Prozent der Tatverdächtigen besaßen nicht die deutsche Staatsbürgerschaft. Schätzungen zufolge betrug der Schaden aus organisierten Verbrechen 457 Millionen Euro. Im Vergleichsjahr 2006 waren es noch 1,36 Milliarden Euro. Die Wirtschaftskriminalität verursachte mit einem Anteil von 327 Millionen Euro den höchsten Schaden.

Vor allem der Betrug mit Kredit- und EC-Karten nahm in Deutschland massiv zu. Im erste Halbjahr 2008 wurden vom Bundeskriminalamt bereits 440 Manipulationen von Geldautomaten registriert und damit fast so viele wie im gesamten Jahr 2007. Schon im vergangenen Jahr entstand ein Schaden von 21 Millionen Euro durch die Geldkartenkriminalität. Es wurden 70 000 Fälle registriert.

In seiner Pressekonferenz wies BKA-Chef Ziercke zudem auf den wachsenden Handel mit Kinderpornographie hin. Binnen eines Jahres habe der Vertrieb entsprechender Bilder und Videos um 55 Prozent zugenommen. Das Internet werde dabei als Medium immer wichtiger. Jörg Zierke forderte ein Gesetz zur Sperrung von Internetseiten mit pornographischen Inhalten. Technische Zugangssperren wie das sogenannte Access Blocking würden in vielen anderen Ländern erfolgreich angewendet.

Auch die steigende Zahl an Drogentoten machte dem Präsidenten des Bundeskriminalamts Sorgen. Im ersten Halbjahr 2008 starben 659 Menschen an den Folgen illegalen Drogenkonsums. Das ist ein Anstieg um 20 Prozent. In der Statistik erscheinen auch alle Opfer, die an Langzeitfolgen sterben. Deren Anteil habe laut Ziercke besonders zugenommen. So gibt es in allen Altersklassen über 25 Jahren mehr Drogentote als noch im Jahr 2006.

Auffällig ist, dass die organisierte Kriminalität eine Vorliebe für Navigationsgeräte besitzt. 54 232 Geräte wurden 2007 gestohlen. Vor vier Jahren waren es noch 44 000 weniger.

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