Landes-Innenminister und Grünen-Chefin Roth mit dabei
Tausende Muslime demonstrieren gegen islamistischen Terror

Unter dem Motto «Hand in Hand für Frieden und gegen Terror» sind überwiegend islamische Demonstranten durch die Kölner Innenstadt gezogen. Auch prominente Politiker haben ihre Teilnahme zugesagt.

HB BERLIN. In Köln sind am Sonntag über 20.000 überwiegend muslimische Demisntranten gegen islamistischen Terror auf die Straße gegangen. Aufgerufen zu der Veranstaltung unter dem Motto «Hand in Hand für Frieden und gegen Terror» hat die Türkisch-Islamische Union (DITIB).

Laut der Polizei führen zwei Demonstrationszüge durch die Kölner Innenstadt. Beide hätten jeweils rund 10.000 Teilnehmer. Bis zur Kundgebung am Nachmittag auf dem Rudolfplatz sei aber noch weiterer Zulauf zu erwarten, hieß es.

Vor Ort waren türkische, deutsche und europäische Flaggen zu sehen, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Auf Transparenten standen Slogans wie «Friede im Land», «Friede in der Welt», «Religion bringt keinen Terror hervor» und «Terror ist Verbrechen gegen die Menschheit». Wie an den Kennzeichen der Busse abzulesen war, waren auch Demonstranten aus Süddeutschland und Berlin angereist.

Am Mittag waren mehrere hundert Polizisten im Einsatz, die viele Straßen in der Kölner Innenstadt für den Autoverkehr sperrten. Die Demonstration verlief laut Polizei zunächst friedlich. «Es gibt keine Probleme», sagte ein Polizeisprecher der AP. Die Teilnehmer seien zum Großteil Ausländer, es seien aber auch viele Deutsche darunter.

Zu der Demonstration haben die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth, der nordrhein-westfälische Innenminister Fritz Behrens und sein bayerischer Amtskollege Günther Beckstein ihre Teilnahme zugesagt. Die beiden Innenpolitiker sollen auf der Abschlusskundgebung ab etwa 14.30 Uhr sprechen, hieß es.

Beckstein erklärte am Morgen in München, er sehe die Großdemonstration als «wichtiges Signal für ein tolerantes und friedliches Miteinander». Der CSU-Politiker, der am Nachmittag als Redner vorgesehen war, brachte zugleich seine Erwartung zum Ausdruck, dass dieses Signal sich sowohl gegen islamistisch motivierte Gewalt als auch gegen so genannte Vergeltungsaktionen richten müsse.

In den Niederlanden drohe nach der Ermordung Theo van Goghs eine Spirale der Gewalt, wie Beckstein sagte. «Wir müssen alles tun, um ein Übergreifen auf Deutschland zu verhindern.» Er fügte hinzu, dass die Muslime in Deutschland in ihrer großen Mehrheit friedliche und rechtstreue Bürger seien. «Eine pauschale Verurteilung des Islams oder gar seine Gleichsetzung mit Terrorismus dürfen deshalb in unserer Gesellschaft keinen Platz haben.»

Die Türkisch-Islamische Union will mit der Demonstration ein Zeichen setzen gegen jede Art von Terror. Sie ist nach Angaben des Bundesinnenministeriums mit 800 Moscheen und 130.000 Mitgliedern die wichtigste religiöse Vereinigung der Türken in Deutschland.

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