Landesbanken
SaarLB flüchtet in Alleingang

Während Politik und Finanzwirtschaft bundesweit darum ringen, die Zahl der sieben selbstständigen Landesbanken zu verringern, torpediert das Saarland die Pläne von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück. Aus der BayernLB-Tochter SaarLB soll wieder eine selbstständige Landesbank werden – die achte bundesweit.

BERLIN. Das Saarland sei bereit, einen Anteil von 25,2 Prozent an der SaarLB von der BayernLB zu erwerben, sagte Landesfinanzminister Peter Jacoby in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Der Anteil der BayernLB würde damit auf 49,9 Prozent sinken. Zusammen mit den Sparkassen des Saarlandes hielte das Land dann die Mehrheit an der mit einer Bilanzsumme von knapp 21 Mrd. Euro kleinsten Landesbank Deutschlands.

„Wir sind mit den Anteilseignern in konstruktiven Gesprächen“, bestätigte ein Sprecher der BayernLB. Alle Beteiligungen der angeschlagenen BayernLB stehen derzeit zur Disposition. Morgen will die zweitgrößte Landesbank ihr Restrukturierungskonzept bei der EU-Kommission einreichen. Als Gegenleistung für Hilfen des Freistaats in Höhe von zehn Mrd. Euro verlangt die EU-Kommission eine radikale Schlankheitskur.

Auch das Treffen der Finanzminister von Bund und Ländern mit Landesbanken hat gestern keine neuen Impulse für eine Konsolidierung gebracht. Steinbrück sagte nach dem Treffen, man sei in einem Beratungsstadium, da mache es keinen Sinn, mit „Wasserstandsmeldungen“ an die Öffentlichkeit zu gehen. Bei dem Treffen wollte Steinbrück dem Vernehmen nach das Modell der Bundesregierung für Bad Banks erläutern. Das Bad-Bank-Modell, das das Bundeskabinett Mitte Mai beschließen will, soll Banken von Risikopapieren entlasten und so das lahmende Kreditgeschäft ankurbeln. Der baden-württembergische Regierungschef Günther Oettinger hat Hoffnungen gedämpft, es könne zu schnellen Fusionen kommen.

Doch die Probleme für die Landesbanken werden größer. „Die Rückkehr zu einem normalisierten Geschäftsumfeld wird erst für 2011 erwartet“, heißt es im Geschäftsbericht der BayernLB, der gestern veröffentlicht wurde. 2009 seien weitere Abschreibungen auf Wertpapiere zu erwarten. Zudem sei mit einer höheren Risikovorsorge für faule Kredite zu rechnen. Deswegen könne ein negatives Ergebnis für das Geschäftsjahr 2009 nicht ausgeschlossen werden.

Auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) bleibt unter Druck. Die Bank teilte gestern im Geschäftsbericht mit, dass sie sich von dem realwirtschaftlichen Abschwung nicht abkoppeln könne. Belastungen seien nicht auszuschließen, wenn die Verwerfungen auf den Finanzmärkten anhalten sollten.

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