Landesparteitage in Baden-Württemberg
Oettinger und Vogt klar wiedergewählt

Dreieinhalb Monate vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben CDU und SPD ihren Spitzenkandidaten den Rücken gestärkt. Beide verbesserten sich im Vergleich zu ihrer vorherigen Wahl. Ein spannender Wahlkampf steht nun bevor.

HB STUTTGART/KEHL. Ministerpräsident Günther Oettinger wurde beim Landesparteitag in Stuttgart mit 90,8 Prozent der Stimmen als CDU- Chef bestätigt. Seine Herausforderin, SPD-Landeschefin Ute Vogt, wurde in Kehl mit 93,2 Prozent im Amt bestätigt.

Beide stimmten ihre Anhänger auf die Wahl am 26. März ein. Oettinger warnte vor Rot- Grün, Vogt schloss eine große Koalition mit der CDU kategorisch aus. Für den 52-jährigen Oettinger votierten 315 von 347 Delegierten, 2 enthielten sich, 29 stimmten gegen ihn, eine Stimme war ungültig. Bei seiner Wahl im April dieses Jahres, als er Erwin Teufel ablöste, war Oettinger auf 89,9 Prozent gekommen.

Vogt (41) schnitt deutlich besser ab als vor zwei Jahren, als sie mit 82,2 Prozent der Stimmen gewählt wurde. Das Ergebnis von Vogts vierter Wahl zur Landesvorsitzenden war mit Spannung erwartet worden. Sie war wegen ihres Verhaltens im Zusammenhang mit dem Rücktritt des damaligen Parteichefs Franz Müntefering intern in die Kritik geraten. Beim SPD-Bundesparteitag im November in Karlsruhe war sie dafür abgestraft worden: Nur 67,3 Prozent der Delegierten gaben ihr die Stimme für den stellvertretenden Bundesparteivorsitz.

In Stuttgart stimmte ein kämpferischer Oettinger die Südwest-CDU auf den Wahlkampf ein: „Baden-Württemberg ist zu schade für Rot- Grün. Unsere Bürger sind zu klug, als dass sie Rot-Grün, das sechs Mal in Deutschland gewählt, von den Wählern geprüft, als zu schwach empfunden und wieder abgewählt wurde, ein Comeback ermöglichen“, sagte er. Seine Vorgänger Lothar Späth und Erwin Teufel unterstützten ihn im Wahlkampf, kündigte der Parteichef an.

In ihrer Rede in Kehl schloss die alte und neue SPD-Landeschefin eine große Koalition in Baden-Württemberg nach der Wahl am 26. März aus: „Wer kann so etwas schon wollen, bei dem Personalangebot auf der anderen Seite“, sagte Vogt mit Blick auf Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU). Ihrem politischen Gegner warf sie vor, für eine egoistische Gesellschaft zu stehen. Oettinger fehle sowohl die Weltoffenheit eines Lothar Späth als auch die Bodenständigkeit eines Erwin Teufel.

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