Landgericht Hannover
Im Wulff-Prozess zeichnet sich ein schnelles Ende ab

Der Korruptionsprozess um Ex-Bundespräsident Christian Wulff sollte bis April verhandelt werden – jetzt will das Gericht die Beweisaufnahme bereits am 9. Januar schließen. Eine Einstellung des Verfahrens lehnte Wulff ab.
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HannoverIm Korruptionsprozess gegen den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff vor dem Landgericht Hannover zeichnet sich ein schnelles Ende ab. Der Vorsitzende der 2. Großen Strafkammer, Frank Rosenow, kündigte am Donnerstag an, das Gericht wolle die Beweisaufnahme am 9. Januar schließen. Dann wäre ein Urteil noch im Januar wahrscheinlich. Ursprünglich hatte das Gericht Verhandlungstermine bis in den April eingeplant.

Bereits vor der Weihnachtspause hatte Rosenow eine Zwischenbilanz der bisherigen Beweiserhebung gezogen. Von der Kostenübernahme durch den Filmmanager David Groenewold für Hotel und ein Kindermädchen bei der gemeinsamen München-Visite mit dem Ehepaar Wulff und dem Besuch des Oktoberfestes im September 2008 müsse der Angeklagte nichts gewusst haben, so das Zwischenfazit des Vorsitzenden Richters.

Wulff ist wegen Vorteilsannahme und Groenewold wegen Vorteilsgewährung angeklagt, es geht laut Anklage um rund 720 Euro.

Auf die von Rosenow bereits im Dezember vorgeschlagene Einstellung des Verfahrens sind weder die Verteidiger von Wulff noch die Staatsanwaltschaft eingegangen. Sie kann nur einvernehmlich erfolgen. Offen blieb am Donnerstag, ob bereits am nächsten Verhandlungstag, dem 9. Januar, die Plädoyers beginnen können. Dann ist noch ein Polizeibeamter als Zeuge geladen.

Offen ist auch, ob das Gericht einen weiteren Beweisantrag der Staatsanwaltschaft zulässt zur Frage, zu welchen Preisen Groenewold in den Jahren vor dem Oktoberfestbesuch 2008 im Münchener Nobelhotel „Bayerischer Hof" übernachtet hatte.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Landgericht Hannover: Im Wulff-Prozess zeichnet sich ein schnelles Ende ab"

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  • Was hat Wulff denn eigentlich getan, um solch ein Aufwand zu rechtfertigen, der da betrieben wird? Ich glaube da ist eher eine Hetzjagd im Gange.

  • Ob des geringen Betrages mag die Angelegenheit lächerlich erscheinen. Nicht lächerlich ist aber das eine Person das höchste Amt Deutschland bekleidete welche nicht unbedingt die Deutschen Tugenden Fleiss, Integrität und Charakterstärke aufwies. Selbst im Abgang blieben lediglich Raffgier und kindliche Trotzigkeit zurück. Keinesfalls sehnt man sich zu den Zeiten der RAF zurück; nur darf gesagt werden das sich seinerzeit Politiker mehr Gedanken über ihr Erscheinen in der Öffentlickeit gemacht haben.

  • kann mir denn inzwischen jemand sagen, wer die macht hat, der staatanwaltschaft den befehl zu geben einen "präsidenten" wegen "1" euro fix und fertig an den rand des persönlichen ruins zu bringen?

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