Landgericht Münster
Misshandlungs-Anklage gegen Bundeswehr-Ausbilder bröckelt

Im Verfahren gegen 18 Ausbilder der Bundeswehr wegen der Misshandlung von Rekruten in Coesfeld hat die Staatsanwaltschaft eine herbe Niederlage erlitten: Das Landgericht Münster ließ die Anklage für neun Beschuldigte nicht zu und akzeptierte die Anklage gegen die übrigen nur wegen einzelner Vorwürfe.

HB MÜNSTER. Die Angeschuldigten sollen Rekruten in gestellten Geiselnahmen mit Wasser und Strom misshandelt haben. Die Staatsanwaltschaft hatte die Anklage wegen Misshandlung Untergebener und weiterer Straftaten am 1. Juni dieses Jahres erhoben.

Die 8. Große Strafkammer des Landgerichts konnte in ihrem 52-seitigen Beschluss jedoch nur in einzelnen Fällen einen hinreichenden Tatverdacht feststellen, der die Eröffnung eines Hauptverfahrens rechtfertigt. Die Übungen selbst bewertete das Gericht als nicht strafbar. Jedem Beteiligten sei klar gewesen, dass es sich um Simulationen gehandelt habe. Die Übungen konnten durch die Nennung eines Losungswortes jederzeit beendet werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Soldaten vorgeworfen, ihre Untergebenen bei simulierten Geiselnahmen gequält zu haben. Dazu seien sie überfallen und gefesselt worden. Ihnen sei Wasser in den Mund und in die Hosen gepumpt worden. Später kamen Schläge, Tritte und Stromstöße mittels Feldfernsprecher dazu. Außerdem seien Soldaten Pistolen an den Kopf gehalten worden, zudem seien sie auch mit glühenden Zigaretten gequält worden, lautete die Anklage.

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