Landtagswahl
CDU Sachsen lockt AfD-Wähler mit Finanzpolitik

Nach dem Erfolg der AfD bei der Europawahl stellt sich die CDU in Sachsen auf diese Partei als Gegnerin ein. Kernthema im Landtagswahlkampf soll die Finanzpolitik sein - bleibt die Frage nach einer möglichen Koalition.
  • 2

BerlinDie sächsische CDU will im anstehenden Landtagswahlkampf mit der Fokussierung auf die Finanzpolitik der Alternative für Deutschland (AfD) das Wasser abgraben.

"Die Wählerinnen und Wähler, die bei der Europawahl am vergangenen Sonntag die AfD gewählt haben, können und müssen wir vor allem für unsere solide Finanzpolitik in Sachsen gewinnen. Im Unterschied zu den anderen Ländern hat sich der Freistaat damit noch umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten für die Zukunft erhalten und belastet die nachfolgenden Generationen nicht mit einem Schuldenberg", sagte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen, Steffen Flath, Handelsblatt Online.

"Damit wir diesen Kurs fortsetzen können, brauchen wir jede Stimme", sagte Flath weiter. Über mögliche Koalitionen werde erst am Wahlabend beraten. Ein Bündnis mit der NPD und den Linken schloss er jedoch jetzt schon aus.

Andere Parteien hält er dagegen für koalitionsfähig. Mit der FDP regiere die CDU seit fast fünf Jahren "erfolgreich", sagte er. Mit der SPD habe man in der vorhergehenden Legislatur regiert. Und mit Unterstützung der Grünen-Landtagsfraktion sei es im vergangenen Jahr gelungen, das Neuverschuldungs-Verbot in der sächsischen Verfassung zu verankern.

Auf die Frage einer möglichen Zusammenarbeit mit der AfD ging Flath nicht direkt ein. Er sagte lediglich: "Wir haben uns entschieden, im Wahlkampf nicht für eine Koalition oder irgendwelche Kooperationen zu werben, sondern nur für uns, die sächsische Union."

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " Landtagswahl: CDU Sachsen lockt AfD-Wähler mit Finanzpolitik"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die AfD hat die besseren Argumente, die CDU eben nicht. Darum muss die AfD ihrer Linie treu bleiben. Sie bleibt das "Original" mit einem deutschlandfreundlichen und bürgernahen Programm. Koalitionen sind zweitrangig, die AfD muss weiter wachsen in Sachsen.

  • Die Strategie der CDU in ihrem Kampf gegen die AfD unterscheidet sich nicht sehr von SPD, FDP, Grün, Links.
    "Einthema-Partei, rechtspopulistisch, "Salonfaschisten",
    (FDP-Kampfbegriff) ausländerfeindlich,Europahasser, u.s.w.

    Natürlich gibt es auch einige Stimmen in der CDU, die das etwas anders sehen, Stichwort "Wolfgang Bosbach, Peter Gauweiler",ingesamt ist die AfD für die Union kein Partner aus dem bürgerlichen Lager, mit dem man koalieren kann, sondern eine Partei, die man entweder bekämpft indem man sie ignoriert (Frau Merkel) oder diffamiert.

    Der Ton der Union in Betreff AfD muss sich schon gewaltig ändern, bevor diese Partei auch nur im Traum daran denkt, Koalitionen in Richtung Union einzugehen.

    Die AfD ist eine demokratische Partei wie andere auch und hat den Anspruch entsprechend behandelt zu werden.

    Wenn die Union im beißenden Kampfmodus bleibt, wird sie sich den Gedanken an mögliche Koalitionen abschminken müssen..

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%