Landtagswahl
CDU und SPD in Kiel droht Wahlklatsche

Gut eine Woche vor dem Superwahlsonntag zeichnen sich laut ZDF-Politbarometer für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein große Verluste für die beiden ehemaligen Koalitionspartner CDU und SPD ab.

HB MAINZ. Nach der am Freitag veröffentlichten Projektion kommt die Union am übernächsten Sonntag in Kiel auf 32 Prozent, die SPD auf 27 Prozent. Vor vier Jahren hatten die beiden Parteien noch 40,2 beziehungsweise 38,7 Prozent erzielt.

In Brandenburg deutet sich dem Politbarometer zufolge für die ebenfalls zeitgleich mit der Bundestagswahl stattfindende Landtagswahl keine gravierende Veränderung der Kräfteverhältnisse an. Die SPD liegt demnach bei 32, die Linke bei 27 und die CDU bei 22 Prozent. Vor fünf Jahren hatte die SPD 31,9 Prozent, die Linke 28 Prozent und die CDU 19,4 Prozent erzielt.

Das ZDF wies allerdings darauf hin, dass es in der Woche unmittelbar vor der Wahl noch sehr starke Mobilisierungseffekte geben könne. Auch sagten sowohl in Schleswig-Holstein (58 Prozent) als auch in Brandenburg (57 Prozent) nur etwas mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten, dass sie sicher wüssten, wen sie wählen wollten.

Für Schleswig-Holstein werden derzeit 32 Prozent für die CDU, 27 Prozent für die SPD, 14 Prozent für die FDP, zwölf Prozent für die Grünen, sieben Prozent für die Linke und vier Prozent für den Südschleswigschen Wählerverband (SSW) vorhergesagt. In dem Land war die Koalition aus CDU und SPD im Juli geplatzt. Wegen des besonderen Verfahrens zur Sitzverteilung in Schleswig-Holstein könnte es unter Umständen auch dann für eine schwarz-gelbe Regierung reichen, wenn CDU und FDP zusammen weniger Prozentpunkte auf sich vereinen als die anderen Parteien.

Auf die Frage nach dem gewünschten Ministerpräsidenten liegt in Schleswig-Holstein Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) mit 44 Prozent vor seinem Herausforderer Ralf Stegner (SPD), den 28 Prozent favorisieren. Für keinen von beiden waren 16 Prozent.

Für Brandenburg ergibt die Projektion 32 Prozent für die SPD, 27 Prozent für die Linke, 22 Prozent für die CDU, sieben Prozent für die FDP und fünf Prozent für die Grünen. Die rechtsextremen Parteien kommen jeweils auf weniger als drei Prozent und haben somit kaum eine Chance, in den Landtag einzuziehen. "Die DVU spielt diesmal keine Rolle", sagte Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP. 2004 hatte die DVU noch 6,1 Prozent erzielt.

Amtsinhaber Matthias Platzeck (SPD) liegt bei der Frage nach dem gewünschten Ministerpräsidenten mit großem Abstand vor seiner Herausforderin von der Linken: 66 Prozent der Befragten sprechen sich für Platzeck, neun Prozent für Kerstin Kaiser aus. Die beiden möglichen Koalitionen aus SPD und CDU einerseits oder SPD und Linken andererseits erhalten jeweils einen ähnlich hohen Zuspruch.

Die Umfragen zu diesem Politbarometer wurden von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 14. bis 17. September 2009 unter jeweils rund 1 000 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben.

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