Landtagswahl im Norden
Niedrige Wahlbeteiligung in Schleswig-Holstein

Bis zum Mittag haben nur rund 38 Prozent der Wahlberechtigten in Schleswig-Holstein ihre Stimmen abgegeben - rund zehn Prozent weniger als vor drei Jahren. Derweil liefern sich CDU und SPD ein enges Rennen.
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KielBei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat sich am Sonntag eine relativ geringe Wahlbeteiligung abgezeichnet. Bis 14 Uhr gaben knapp 38 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen ab. Seit den 1980er Jahren sei dies zur Mittagszeit der niedrigste Stand, sagte Landeswahlleiterin Manuela Söller-Winkler. Bei der Abstimmung 2009, die damals mit der Bundestagswahl zusammenfiel, lag die Beteiligung zu diesem Zeitpunkt bei 48,6 Prozent. Auch bei der Landtagswahl 2005 fiel die Beteiligung mit knapp 40 Prozent höher aus.

Im Norden sind rund 2,2 Millionen Bürger aufgerufen, mit ihrer Stimme über den Nachfolger von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) zu entscheiden. In Umfragen lieferten sich CDU und SPD bis zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Mit Spannung wird daher auch das Abschneiden der kleineren Parteien wie der Piraten erwartet, was maßgeblichen Einfluss auf die Koalitionsoptionen haben dürfte.

Für die CDU will der bisherige Wirtschaftsminister Jost de Jager Ministerpräsident werden. Die SPD hat den Kieler Oberbürgermeister Torsten Albig ins Rennen geschickt. Mit ersten Prognosen wird kurz nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr gerechnet.

Die Regierungsbildung ist nach letzten Umfragen noch weitgehend offen: Sowohl die früheren Hoffnungen von SPD und CDU auf eine rot-grüne beziehungsweise schwarz-grüne Koalition sind verflogen, weil die Piraten die Grünen geschwächt haben. SPD und Grüne setzen deshalb auf eine Allianz mit dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW), der als Vertretung der dänischen Minderheit von der Fünf-Prozent-Hürde ausgenommen ist und sich erstmals überhaupt für eine Regierungsbeteiligung ausgesprochen hat.

Die CDU wiederum strebt eine große Koalition unter ihrer Führung an und warnt vor "instabilen Dreierbündnissen". FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki, dessen Partei lange als bedeutungslos für eine Koalitionsbildung angesehen worden war, brachte sich zuletzt mit einer Jamaika-Koalition mit Union und Grünen ins Gespräch.

Die Liberalen können nach einem Absturz auf zwei bis drei Prozent in der Wählergunst pünktlich zur Wahl wieder mit bis zu sieben Prozent der Stimmen rechnen. Dagegen dürfte die Linkspartei nicht mehr ins Parlament einziehen.

Die vorgezogene Wahl war nötig geworden, weil das Landesverfassungsgericht die Sitzverteilung im Kieler Landeshaus für unrechtmäßig erklärt hatte. Nach der Landtagswahl 2009 konnten Überhangmandate der CDU aufgrund von Besonderheiten im Wahlrecht nur zum Teil durch Ausgleichsmandate anderer Parteien kompensiert werden. Dagegen hatten Grüne und der SSW geklagt. Bei der Landtagswahl sind 69 Sitze zu vergeben.

Bei der Wahl 2009 erzielte die CDU 31,5 Prozent der Stimmen, die SPD stürzte auf den historischen Tiefstand von 25,4 Prozent. Dagegen landete die FDP bei 14,9 und die Grünen bei 12,4 Prozent. Die Linken erzielten 6,0 Prozent, die Piraten hatten 1,8 Prozent der Wählerstimmen erhalten. Die Wahlbeteiligung lag damals bei 73,6 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @ SayTheTruth,
    a.d.amtl. Endergebnis:
    2.240.148 Wahlberechtigte
    1.327.672 Gültige Stimmen
    19.585 ungültige Stimmen
    60,1% Wahlbeteiligung
    Detailinfo: http://www.landtagswahl-sh.de/
    Bei Licht betrachtet haben also die "Volksparteien" unter 20% effektive Wählerstimmen der abgegebenen Stimmen erhalten.

  • Was soll dieser schwachsinnige Artikel. Wo ist da die Information. Wie hoch war die Wahlbeteiligung nun wirklich?. Jede Schülerzeitung schreibt bessere Artikel. Mein Gott, deutscher Qualitätsjournalismus, wo bist du geblieben.?

  • Hallo Redaktion HB-online, sehr geehrter Herr Stock,

    wie hoch war denn nun die Wahlbeteiligung bei der Wahl in Schleswig-Holstein endgültig (also NACH 18 Uhr) ?

    Das wird immer verschwiegen in allen Zeitungen Deutschlands.

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