Landtagswahl im Saarland
„Bitte ein Foto mit Oskar!“

Ein Bild mit „Oskar“ – das gehört bei Lafontaine seit Jahrzehnten zum Wahlkampf. Die Fotos sind immer noch Kult, er selbst ist es im Saarland auch schon. Das Zugpferd der Linke setzt auf Rot-Rot nach der Landtagswahl.
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SaarbrückenOskar Lafontaine ist ganz in seinem Element. Er strahlt, schüttelt Hände, begrüßt Leute. „Wo sind Sie beschäftigt? Wo kommen Sie her“, fragt er – und lässt sich zig Mal mit seinen Fans ablichten: Mit einer Polaroid-Kamera, die bei ihm im Wahlkampf kultmäßig immer zum Einsatz kommt. „Ich möchte auch ein Foto mit Oskar“, sagt Marliese Ebersoldt in Saarbrücken-Malstatt. Klick, schon hat sie eines – mit Unterschrift von Lafontaine. „Das Bild bekommt einen Ehrenplatz in meinem Wohnzimmer“, sagt die 72-Jährige stolz.

„Wahlkampf macht mir immer noch Spaß“, sagt Lafontaine. Momentan besonders: Denn der 73-Jährige ist bei der Linkspartei im Saarland als Spitzenkandidat im Rennen – und wittert wenige Tage vor der Landtagswahl am 26. März Morgenluft: „Es sieht so aus, als wenn der Regierungswechsel möglich wäre“, sagt er und meint das Ende der großen Koalition im Saarland. „Und als ob die SPD mit uns eine Mehrheit hätte.“ Rot-Rot an der Saar – das wäre seine Wunschkombi, infrage komme aber auch Rot-Rot-Grün – wenn die Grünen in den Landtag kommen.

Politik-Vollprofi „Lafo“ zieht an der Saar – immer noch. Er ist bekannt wie ein bunter Hund, macht er dort doch seit den 70er Jahren Politik. „Jeder zweite Saarländer hat von Lafontaine schon ein Foto. Tendenz steigend“, sagt sein Sprecher Martin Sommer. Eingefleischte Fans sammeln die Bilder sogar: „Ich habe jetzt mein zwanzigstes“, sagt Gerd Kröninger happy nach dem Shooting in Malstatt.

An der Saar kennt man Lafontaine eben, als Oberbürgermeister von Saarbrücken oder SPD-Ministerpräsident, SPD-Kanzlerkandidat, SPD-Vorsitzender – und seit 2009 als Chef der Linke-Fraktion im saarländischen Landtag. „Er hat so viel für unser Land getan“, sagt Kurt Allenbacher (88). Er habe Lafontaine immer gewählt.

Kein Wunder, dass die Linke erneut auf das „Ticket Lafontaine“ setzt und ihn im Landtagswahlkampf zum dritten Mal an die Spitze stellt. „Gefühlt ist Oskar immer noch ein Plus von fünf Prozent“, sagt dessen Vertrauter Jochen Flackus, Wirtschaftsexperte und auf Platz zwei der Landesliste. Bei vorherigen Landtagswahlen holte „Oskar“, wie sie ihn fast alle nennen, deutlich mehr für die Linke als im Bundesschnitt: 2012 kam die Partei auf 16,1 Prozent, 2009 gar auf 21,3 Prozent.

Seine Partei braucht ihn, das gilt genauso umgekehrt. Ein Regierungsamt wolle er aber im Fall einer Koalitionsbeteiligung im Saarland nicht übernehmen. „Wenn man 50 Jahre in der Politik war, hat man genug Bestätigung. Ich mache das aus sozialem Engagement, das steht immer noch über allem.“ Und zweitens für die Linke. „Das ist ja letztendlich mein Kind“, sagt er am Wahlkampfstand seiner Partei, an dem es saarländische Lyoner mit Senf und Baguette gibt.

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