Landtagswahl in Bayern
CSU-Dissidentin Pauli ärgert Beckstein

Die höchst umstrittene, ehemalige CSU-Rebellin Gabriele Pauli ist zurück auf der politischen Bühne: Als Direktkandidatin für die Freien Wähler will sie in den bayerischen Landtag einziehen. In ihrem Stimmkreis Nürnberg Nord tritt Pauli bei der Landtagswahl am 28. September als direkte Gegenkandidatin des bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein an.

ap/dpa NÜRNBERG. Sie freue sich auf einen engagierten Wahlkampf, sagte Pauli gestern zum Auftakt ihrer Kampagne in Nürnberg. Bei den Freien Wählern sei sie auf eine „Offenheit im Denken“ gestoßen, die sie in anderen Parteien vermisse.

Pauli ist in Bayern höchst umstritten. Mit Bespitzelungsvorwürfen hatte sie Ende 2006 den Anstoß zum Sturz des bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber gegeben. Im vergangenen Jahr war sie dann aus der CSU ausgetreten.

Demoskopen haben allerdings ermittelt, dass die Chancen Paulis ungewiss sind: Nach einer gestern veröffentlichten GMS-Umfrage würden die Freien Wähler den Einzug in den Landtag mit vier Prozent knapp verfehlen. Die CSU liegt der Umfrage zufolge bei 50 Prozent und könnte ihre absolute Mehrheit wieder knapp behaupten. Zuletzt hatten die Christsozialen in Umfragen bei 49 Prozent gelegen. Allerdings wäre das immer noch ein klarer Verlust: Bei der letzten Bayern-Wahl holte die CSU mit Edmund Stoiber mehr als 60 Prozent.

Neben der SPD mit 20 Prozent und den Grünen mit acht Prozent würde den Demoskopen zufolge die FDP mit fünf Prozent nach 14 Jahren Abwesenheit wieder in den Landtag einziehen. Auch der Linkspartei, die bei fünf Prozent liegt, winkt erstmals der Einzug in den bayerischen Landtag. Die Umfrage zeigt zudem, dass die Kandidatur Paulis den Freien Wählern grundsätzlich eher schadet. Jeder zweite der Befragten lehnen es ab, dass Pauli für die Freien Wähler antritt, nur 13 Prozent begrüßen dies.

Über die Umstände ihrer direkten Kandidatur gegen den ehemaligen Parteifreund Günther Beckstein sagte Pauli: „Ich sehe das neutral.“ Sie habe persönlich keine Probleme mit ihm. Zugleich kritisierte sie aber, dass der 64-jährige Beckstein offen lasse, wie lange er als Ministerpräsident im Amt bleiben wolle. „Hier muss für die Wähler einfach Klarheit herrschen“, sagte die 51-Jährige. Der Landeschef der Freien Wähler Hubert Aiwanger sagte: „Wir wollen deutlich über fünf Prozent erreichen und so die absolute Mehrheit der CSU kippen.“

Unterdessen ist Ministerpräsident Beckstein nach scharfen Attacken gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Streit um die Pendlerpauschale wieder zurückgerudert. Beckstein und CSU-Chef Erwin Huber wollten das Thema voranbringen, „aber nicht zu einem generellen Gegensatz zwischen CDU und CSU werden lassen“, sagte Beckstein der „Süddeutschen Zeitung“. Über Merkel sagte er weiter: „Dass man punktuell eine andere Meinung hat und sich trotzdem schätzt, kenne ich nicht nur im Verhältnis zur Bundeskanzlerin.“ Für die bayerische Landtagswahl in Bayern gab Beckstein „51, 52 Prozent“ als CSU-Zielmarke aus. Ein Abrutschen unter 50 Prozent halte er für „genauso unwahrscheinlich, wie dass die SPD unter fünf Prozent fällt“.

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