Landtagswahl in Bayern
Pauli fordert Beckstein heraus

Die einstige CSU-Rebellin und Fürther Landrätin Gabriele Pauli sorgt wieder für Schlagzeilen: Bei der bayerischen Landtagswahl im September will sie als Direktkandidatin der Freien Wähler (FW) im Stimmkreis Nürnberg Nord gegen Bayerns Ministerpräsidenten Günther Beckstein (CSU) antreten. Dies teilte der Vorsitzende des FW-Stadtverbandes Nürnberg, Jürgen Horst Dörfler, am Sonntag mit.

HB NÜRNBERG. Pauli sei vor einigen Tagen einstimmig zur Direktkandidatin gewählt worden, der Stadtverband stehe "zu hundert Prozent hinter ihr", sagte Dörfler. Pauli war Ende April nach 18 Jahren Amtszeit als Landrätin ausgeschieden. Sie hatte im Vorjahr die CSU-Führungskrise um den damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber ausgelöst, die in dessen Rücktritt gipfelte. Bei einem Parteitag im vergangenen Herbst hatte Pauli dann für den CSU-Vorsitz kandidiert und war ohne Erfolg gegen den heutigen Parteivorsitzenden Erwin Huber und Bundesagrarminister Horst Seehofer angetreten.

Nach Einschätzung Dörflers verschafft ihre Kandidatur den Freien Wählern gute Chancen auf einen Einzug in den bayerischen Landtag. Er rechne mit acht bis neun Prozent für die Freien Wähler bei der Landtagswahl Ende September, sagte der FW-Stadtverbandsvorsitzende. Generell sei die Stimmung für kleinere Parteien derzeit gut. "Die CSU versucht, massiv alle Sachthemen der kleinen Parteien zu besetzen. Daher ist es dringend notwendig, der CSU eine Galionsfigur entgegenzusetzen."

Zur Kandidatur Paulis habe es auch skeptische Stimmen gegeben, räumte Dörfler ein. Gerade auf dem Land sei ihr Vorschlag einer "Ehe auf Zeit", mit dem die einstige CSU-Rebellin im vergangenen Jahr für Wirbel gesorgt hatte, nicht überall gut angekommen. Letztlich gelte aber: "Ein Politiker muss Visionen entwickeln." Falls man den Zeitgeist einmal nicht treffe, müssten die Vorstellungen eben korrigiert werden. Die frühere Landrätin ist für ihn daher die Kandidatin schlechthin für die Freien Wähler: "Sie ist für vieles offen, will diskutieren und etwas bewegen", sagte Dörfler.

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