Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern
SPD triumphiert im Nordosten

Erwin Sellering (SPD) bleibt Ministerpräsident und kann zwischen den Koalitionspartnern CDU und Linke wählen. Die Grünen jubeln über acht Prozent - und die FDP erleidet ein Desaster.
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Schwerin/BerlinIn Schwerin will der Wahlsieger Erwin Sellering der SPD-Spitze Sondierungsgespräche mit CDU und Linken über die Bildung einer Koalition vorschlagen. Der Ministerpräsident, der bislang mit der CDU regierte, kann sich seinen Koalitionspartner aussuchen: Infrage kommt neben der zweitplatzierten Union auch die Linke. Sellering hielt sich am Wahlabend alle Optionen offen. Wichtige Kriterien seien Mindestlöhne und ein Nein zu neuen Schulden.

Nach dem offiziellen vorläufigen Ergebnis legte Sellerings SPD auf 35,7 Prozent zu (+5,5 Punkte). Die CDU landete bei nur 23,1 Prozent (-5,7) - und das, obwohl die Bundesvorsitzende Merkel sich für ihren Landesverband im Wahlkampf massiv eingesetzt hatte. Auch die Linke konnte mit 18,4 ihr schwaches Ergebnis von 2006 nur wenig verbessern (+1,6). Die noch nie im Schweriner Landtag vertretenen Grünen sprangen auf 8,4 Prozent (+5). Die FDP stürzte auf 2,7 Prozent ab (-6,9). Die rechtsextreme NPD kam auf 6,0 Prozent (-1,3).

Für die FDP ist es die zweite schwere Niederlage nach Amtsantritt des neuen Vorsitzenden Philipp Rösler. Bundesvorstandsmitglied Wolfgang Kubicki sagte der „Leipziger Volkszeitung“ (Montag), die FDP habe „kein Westerwelle-Problem, sondern ein Marken-Problem“, denn als Marke habe die FDP bei den Bürgern „generell verschissen“. Bundesvize Holger Zastrow bezeichnete das desaströse Wahlergebnis als Weckruf. „Die FDP muss endlich aufwachen: Wir müssen endlich wieder den politischen Gegner angreifen und mit der Selbstbeschäftigung aufhören“, sagte der sächsische Landeschef. Generalsekretär Christian Lindner sagte mit Blick auf die Dauerquerelen im Bund: „Wir wissen, dass Vertrauen verloren gegangen ist. Es braucht Zeit, das zurückzugewinnen.“

Der FDP-Parlamentsgeschäftsführer im Bundestag, Christian Ahrendt, war noch am Abend als Landeschef der Liberalen in Mecklenburg-Vorpommern zurückgetreten. Der FDP-Landesvorstand trifft sich am Montag in Rostock, um über die Nachfolge zu beraten. Ahrendts Rückzug kam für seine Parteifreunde überraschend, wie FDP-Fraktionschef Michael Roolf der dpa sagte. „Eigentlich sagt man so etwas erst einmal seiner Partei, ehe man an die Öffentlichkeit geht.“

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  • Man sollte PISA nicht so ernst nehmen. Die meisten Wähler in den neuen Bundesländern (>30 Jahre) haben eine Bildung genossen, von der Deutschland heute nur träumen kann.
    So fühlen sich die meisten Bayern heute noch überfordert, wenn sie ein Schmalspurabitur (nur ausgewählte Fächer) in 12 Jahren machen sollen. In den neuen Bundesländern war das früher Standart, und geprüft wurden alle Fächer. Ebenso gab es bereits ab der ersten Klasse Noten. Und das war möglich. Es gab einen einheitlichen Lehrplan. Heute schafft man nichtmal ein Zentralabitur: Jeder Kleinstaat macht ein bischen Schule. Aussichtlos in der heutigen Zeit!

  • ..... sorry, der Index-Beauftragte heißt ja Sellering .... passt irgendwie auch besser!

  • NPD verbieten? Was hat denn der gute Herr Semmering für ein Demokratieverständnis? Wird ein politischer Gegner entgegen der eigenen Wunschvorstellungen durch Volkes Wille in die Parlamente gewählt - dann will man ihn halt einfach verbieten???

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