Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern SPD triumphiert im Nordosten

Erwin Sellering (SPD) bleibt Ministerpräsident und kann zwischen den Koalitionspartnern CDU und Linke wählen. Die Grünen jubeln über acht Prozent - und die FDP erleidet ein Desaster.
17 Kommentare
Der Gewinner des Abends: Erwin Sellering bleibt Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern Quelle: dpa

Der Gewinner des Abends: Erwin Sellering bleibt Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern

(Foto: dpa)

Schwerin/BerlinIn Schwerin will der Wahlsieger Erwin Sellering der SPD-Spitze Sondierungsgespräche mit CDU und Linken über die Bildung einer Koalition vorschlagen. Der Ministerpräsident, der bislang mit der CDU regierte, kann sich seinen Koalitionspartner aussuchen: Infrage kommt neben der zweitplatzierten Union auch die Linke. Sellering hielt sich am Wahlabend alle Optionen offen. Wichtige Kriterien seien Mindestlöhne und ein Nein zu neuen Schulden.

Nach dem offiziellen vorläufigen Ergebnis legte Sellerings SPD auf 35,7 Prozent zu (+5,5 Punkte). Die CDU landete bei nur 23,1 Prozent (-5,7) - und das, obwohl die Bundesvorsitzende Merkel sich für ihren Landesverband im Wahlkampf massiv eingesetzt hatte. Auch die Linke konnte mit 18,4 ihr schwaches Ergebnis von 2006 nur wenig verbessern (+1,6). Die noch nie im Schweriner Landtag vertretenen Grünen sprangen auf 8,4 Prozent (+5). Die FDP stürzte auf 2,7 Prozent ab (-6,9). Die rechtsextreme NPD kam auf 6,0 Prozent (-1,3).

Für die FDP ist es die zweite schwere Niederlage nach Amtsantritt des neuen Vorsitzenden Philipp Rösler. Bundesvorstandsmitglied Wolfgang Kubicki sagte der „Leipziger Volkszeitung“ (Montag), die FDP habe „kein Westerwelle-Problem, sondern ein Marken-Problem“, denn als Marke habe die FDP bei den Bürgern „generell verschissen“. Bundesvize Holger Zastrow bezeichnete das desaströse Wahlergebnis als Weckruf. „Die FDP muss endlich aufwachen: Wir müssen endlich wieder den politischen Gegner angreifen und mit der Selbstbeschäftigung aufhören“, sagte der sächsische Landeschef. Generalsekretär Christian Lindner sagte mit Blick auf die Dauerquerelen im Bund: „Wir wissen, dass Vertrauen verloren gegangen ist. Es braucht Zeit, das zurückzugewinnen.“

Der FDP-Parlamentsgeschäftsführer im Bundestag, Christian Ahrendt, war noch am Abend als Landeschef der Liberalen in Mecklenburg-Vorpommern zurückgetreten. Der FDP-Landesvorstand trifft sich am Montag in Rostock, um über die Nachfolge zu beraten. Ahrendts Rückzug kam für seine Parteifreunde überraschend, wie FDP-Fraktionschef Michael Roolf der dpa sagte. „Eigentlich sagt man so etwas erst einmal seiner Partei, ehe man an die Öffentlichkeit geht.“

Sellering fordert NPD-Verbot
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern - SPD triumphiert im Nordosten

17 Kommentare zu "Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: SPD triumphiert im Nordosten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Man sollte PISA nicht so ernst nehmen. Die meisten Wähler in den neuen Bundesländern (>30 Jahre) haben eine Bildung genossen, von der Deutschland heute nur träumen kann.
    So fühlen sich die meisten Bayern heute noch überfordert, wenn sie ein Schmalspurabitur (nur ausgewählte Fächer) in 12 Jahren machen sollen. In den neuen Bundesländern war das früher Standart, und geprüft wurden alle Fächer. Ebenso gab es bereits ab der ersten Klasse Noten. Und das war möglich. Es gab einen einheitlichen Lehrplan. Heute schafft man nichtmal ein Zentralabitur: Jeder Kleinstaat macht ein bischen Schule. Aussichtlos in der heutigen Zeit!

  • ..... sorry, der Index-Beauftragte heißt ja Sellering .... passt irgendwie auch besser!

  • NPD verbieten? Was hat denn der gute Herr Semmering für ein Demokratieverständnis? Wird ein politischer Gegner entgegen der eigenen Wunschvorstellungen durch Volkes Wille in die Parlamente gewählt - dann will man ihn halt einfach verbieten???

  • Die Kanzlerin hat ausgedient.

    Sie ist eine Schande für das Volk. Sie isoliert uns innerhalb Europas. Sie ruiniert ihren Koalitionspartner. Sie trifft falsche Entscheidungen die andere ausbaden dürfen (z.B. der Verzicht auf Euro-Bonds). Sie ist nicht präsent, in keinerlei Hinsicht.

    Und mit der Zeit wird sie auch die CDU ins Tal der Tränen “führen“ !!!

  • Der Mann hat sich eben mit der DDR beschäftigt. und spätestens seit Zumwinkel ist es doch mit dem Rechtsstaat BRD vorbei.
    Die DDR war eben mehr als die westlichen Propagandamedien verkünden. Es war nicht schwarz oder weiß, es gab verschiedene farben. Wie das eben immer ist.
    Und bei der derzeitigen Wirtschaftslage würde ich nicht gegen einen Zusammenbruch Deutschlands wetten.

  • @ renew,
    derzeit werden die Stimmen der "Nichtwähler" im Verhältnis zu den abgegebenen Stimmen an die jeweiligen Parteien diesen hinzugerechnet.
    Es werden also die Wahlberechtigten zu 100% angenommen und so aufgeteilt, auch wenn nur 53% abgestimmt haben.
    Ehrlicher wäre die Aufteilung (Stimmen und Geld) nach den tatsächlich abgegebenen Stimmen, nach dem v.g. also 53% und nicht 100%.

  • Schön ist doch, das man die Probleme der Partei der Besserverdienenden auf das Personal reduziert. Somit sollen sie sich ruig da austoben. Die tatsächlichen Ursachen, eben die Lobbyarbeit der Partei für die Reichen blenden sie aus. Und die Reichen werden zwar immer reicher, aber auch immer weniger. Und so regelt sich das mit den Gelben. Die Bürger haben nicht vergessen: Erhöhung Krankenkassensonderbeitrage, Absenkung Erbschaftssteuer für Millionenerbschaften zur Zeit Erhöhung Pflegebeitrag, Blockade Mindestlöhne.....

    Alles Dinge, die arbeitende Menschen honorieren.

    Die Partei der Besserverdienenden ist überflüssig wie ein Kropf.

  • Da stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Immerhin hat Erwin Sellering es geschafft mit perfider Anbiederung ( die DDR sei kein Unrechtsregime gewesen) an das postsozilistische Flachhirn, einen Wahlerfolg zu generieren

  • Nicht wählen ist auf jeden Fall falsch. Dabei gehe ich aber davon aus, dass die 47% Nichtwähler lediglich von keiner der genannten Affenparteien regiert werden wollen. Dann sollte man sich aber die Mühe machen, auf Biegen und Brechen eine der alternativen Parteien zu wählen. Oder ist es doch nur die "Chips, Bier" und "solange die Glotze noch funktioniert" - Beklopptheit ?

  • Ich plädiere dafür, dass das Wahlergebnis nicht an der tatsächlichen Wahlbeteiligung berechnet wird, sondern die Summe aller WAHLBERECHTIGTEN als 100% genommen wird! so würden das Versagen viel deutlicher und die Statistik nicht verfälscht. Komplett berechnet für den jetzigen Stand der Wahlen:

    Nichtwähler 47,00% 658.000
    SPD 18,92% 264.894
    CDU 12,24% 171.402
    Linke 9,75% 136.528
    Grüne 4,45% 62.328
    NPD 3,18% 44.520
    FDP 1,43% 20.034
    Sonstige 3,02% 42.294

    Wähler 53,00% 742.000
    Wahlberechtigte 1.400.000

    Beschämend!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%