Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen
Chat mit Grünen-Spitzenkandidatin Bärbel Höhn

Noch vor wenigen Wochen schien der Fall der rot-grünen Bastion in Nordrhein-Westfalen besiegelt. Doch nun prognostizieren jüngste Umfragen ein Aufholen. Im Chat von Handelsblatt.com am Donnerstag, 19. Mai, diskutiert die Grünen-Spitzenkandidatin und Umweltministerin Bärbel Höhn ab 16.30 Uhr mit Lesern, warum es für die Koalition in NRW erneut reichen könnte.

co DÜSSELDORF. Die nordrhein-westfälischen Grünen gingen mit einer klaren Kolitionssaussage zugunsten der SPD in den Landtagswahlkampf. Dabei bleiben große Dissentpunkte mit den Sozialdemokraten unverändert bestehen.

Die Grünen fordern, anders als die SPD, ein Ende der Subventionierung der Steinkohle zur "Mitte des kommenden Jahrzehnts". Statt heimischer Steinkohle will Umweltministerin Bärbel Höhn billigere Importkohle auf dem Weltmarkt kaufen. Die überschüssigen Gelder sollen schließlich in effizientere Energietechnik und moderne Kraftwerktechnologie investiert werden.

Zudem erteilen die Grünen Neubauten im Landesstraßennetz und den Ausbau von Flughäfen eine klare Absage. Auch an der Forderung eines Nachtflugverbots für den Airport Köln/Bonn hält die Partei fest. Unterstützung seitens der SPD finden die Grünen beim Thema Rhein-Ruhr-Express. Gemeinsam planen die Parteien den Rhein-Ruhr-Express zwischen Dortmund und Köln.

Die 52-jährige Bärbel Höhn ist seit Bildung der Koalition 1995 Umweltministerin von Nordrhein-Westfalen. Die studierte Mathematikerin profilierte sich durch ihren engagierten Einsatz für die eigenen Überzeugungen und schreckte auch nicht vor der Konfrontation mit der SPD zurück. Dadurch avancierte sie zum unumstrittenen Star der Grünen in NRW. Auch ihr angespanntes Verhältnis zum Realo Joschka Fischer tat ihrer Beliebtheit keinen Abbruch.

Höhns Widerstand gegen den Braunkohletagebau Garzweiler II führte 1999 fast zum Bruch von Rot-Grün unter der Führung vom jetzigen Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement. Auch mit dem amtierenden SPD-Ministerpräsident Peer Steinbrück waren wirklich harmonische Momente eher die Ausnahme. Alle Versuche, Höhn einen Maulkorb zu verpassen, scheiterten jedoch. Als Steibrück 2003 ebenfalls den Koalitionsbruch probte, drohte Höhn prompt mit einer CDU-Liaison.

Höhns konsequenter Einsatz bei Themen wie BSE, Dioxin und Feinstaubmessungen stützen die Popuarität der Grünen-Politikerin. Doch von der Wirtschaft und auch Teilen der SPD wird die hartnäckige Umweltministerin als "Bremsklotz" für Investitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen gesehen. Alles reden in NRW über Arbeitsplätze. Nur die Bärbel Höhn betätigt sich auf Nebenschauplätzen wie Verbraucherschutz und erneuerbare Energien. Welche Konzepte haben die Grünen für ein Bundesland mit einer Million Arbeitslosen?

Fragen Sie Bärbel Höhn und diskutieren Sie mit im Chat von Handelsblatt.com! - Donnerstag, 19. Mai, 16.30 bis 17.30 Uhr



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