Landtagswahl
Saarland wird zur Zerreißprobe für die FDP

Durch die Nominierung von Joachim Gauck für das Präsidentenamt ist der FDP ein Coup gelungen. Doch die Wahlen im Saarland könnten den Erfolg zunichte machen. Der FDP und ihrem Parteichef Rösler droht ein böses Erwachen.
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DüsseldorfAuf dem Papier ist die Wahl im Saarland am 25. März nicht besonders wichtig. Das Land ist nicht besonders groß, wirtschaftlich nicht besonders bedeutend - und hat auch nur drei Stimmen im Bundesrat. Aber für die FDP hat das Land dennoch eine große Bedeutung. Denn das Oberwasser, das die Liberalen mit der Kür von Joachim Gauck zum Kandidaten für das Präsidentenamt gewonnen haben, könnte mit einem Schlag, mit einem Wahltermin verloren gehen.

In wohl keinem anderen Bundesland ist die FDP so schlecht aufgestellt, wie im Saarland. Der saarländische Landesverband ist heillos zerstritten. Im Dezember hatte der damalige Fraktionsvorsitzende, Christian Schmitt, sein Amt niedergelegt. Kurze Zeit später zog auch sein designierter Nachfolger wegen einer Dienstwagenaffäre seine Kandidatur zurück. Dieses heillose Chaos war zu viel für CDU-Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer. Mit den Liberalen sei eine Regierungsarbeit nicht mehr möglich, sagte sie - und kündigte die bestehende Jamaika-Regierungskoalition aus CDU, FDP und Grünen auf. Nach einer bespiellosen Niederlagenserie kämpft die Partei - und vor allem ihr Vorsitzender Philipp Rösler - ums politische Überleben.

Dann kam Gauck und endlich sah die trostlose liberale Welt wieder etwas besser aus. Mit der Kür von Gauck zum Kandidaten für das Präsidentenamt war der FDP ein echter Coup gelungen. Eigentlich wollte Bundeskanzlerin Merkel den populären früheren DDR-Bürgerrechtler unbedingt verhindern. Doch die FDP sprach sich frühzeitig für Gauck aus - und ließ ihr damit kaum eine andere Wahl, als den ursprünglich von SPD und Grünen nominierten Gauck zu unterstützen.

Zum ersten Mal seit Bestehen der schwarz-gelben Koalition haben die Liberalen damit im Machtpoker mit der Union alles auf eine Karte gesetzt - und sich durchgesetzt. „Entscheidend ist, dass es gelungen ist, durchzusetzen, was wir wollten,“ sagte FDP-Parteichef Rösler nach den Gesprächen mit Kanzlerin Merkel und der Union. Die Parteistrategen der FDP hoffen nun, dass sich ihre Standhaftigkeit bald in besseren Umfragewerten niederschlägt. Und ausgerechnet jetzt kommt das Saarland, dort sieht die Lage für die FDP ausgesprochen schlecht aus.

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  • die wahl wird spannend auch in der hinsicht wieviele wähler erst gar nicht abstimmen möchten eben weil sie keine große koalition wollen.

    übigens:
    diejenigen die dem saarland hier dreimal das prädikat "nicht besonders" verleihen, möchte ich einmal einladen das saarland zu besuchen, sich zu erkundigen und die hervorragenden seiten des landes kennen zu lernen :)

  • Solange ein Bundesland und deren "Lieberaale" nur für die Profite einstehen, ich meine den eigenen wird nichts mit einem Aufbruch im Saarland. Eener voor zwei zerügg. Da fällt dem "Ään odder aach Annere" immer wieder ein, ich wääs was. NOrmal ist das nicht, das heißt im Saarland stets, ich kenn jemand, der kennt jemand, der wääs was. Helau, Alaaf und Allez Hopp.

    Übrigens mit einem Wirtschaftsminister Klumpp wurde die fdp im Saarland wahrgenommen, was nachkam, da muß sich niemand mehr Gedanken darüber machen. Entweder rot wundern und schwarz ärgern, aber zusammen, da kommen die Kesselflicker zum Zuge. Ach ja und die Grünen, die denken doch tatsächlich, die WählerINnen haben sie partout nicht mehr auf dem Schirm.

    Wen wundert es bei solch einer Leuchtampel von Vorsitzendem.


  • Das Programm der FDP lautet: geistige Onanie. Offensichtlich gibt es diesbezüglich regelmäßig öffentliche Steigerungsmöglichkeiten. Ernst nehmen kann man diese Partei nicht mehr und ebenso sinnlos wie die Partei selbst agiert auch ihre Führung. Die nächsten Wahlen werden der Partei und ihrer Finanzierung die Grenzen aufzuzeigen. Wenn erst die Wahlkampfzuschüsse versiegen, bleibt auch von der Spitze der Partei nichts mehr übrig. Schade ist es um keinen.

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