Landtagswahl
Umfrage: CDU muss in Thüringen mit SPD regieren

In Thüringen wird die CDU einer Umfrage zufolge bei der Landtagswahl Ende August die absolute Mehrheit einbüßen. Demnach müsste sie mit der SPD zusammen regieren, denn auch für ein Bündnis mit der FDP reicht es nicht. In Sachsen kann Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) dagegen auf Schwarz-Gelb hoffen.

HB LEIPZIG. Um weiter an der Macht zu bleiben, müsste die CDU von Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus ein Bündnis mit der SPD eingehen, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage von Infratest dimap ergab, die der MDR in Auftrag gegeben hatte. CDU und FDP kommen dagegen nach dem Ergebnis auch zusammen nicht auf eine Mehrheit. Dagegen wäre nach der Umfrage in Sachsen eine schwarz-gelbe Landesregierung möglich.

In Thüringen verlor die CDU der Erhebung zufolge im Vergleich zum Juni noch einmal zwei Punkte und sackte auf 34 Prozent ab. Die SPD legte dagegen um zwei Punkte auf 20 Prozent zu. Sie bleibt aber weiter nur drittstärkste Kraft hinter der Linkspartei, die unverändert bei 24 Prozent liegt. Auch die FDP mit neun Prozent und die Grünen mit sechs Prozent verharrten auf den Umfrageergebnissen vom Juni. Rechnerisch möglich wäre demnach auch eine rot-rot-grüne Koalition.

Allerdings schließt SPD-Spitzenkandidat Christoph Matschie ein solches Bündnis mit der Linkspartei bislang aus, wenn die SPD als kleinerer Partner nicht den Regierungschef stellen kann.

Die Thüringer Wähler sind der Umfrage zufolge nicht mehr so zufrieden mit der Arbeit von Althaus wie noch vor der letzten Landtagswahl. Nur 51 Prozent gaben an, mit der politischen Arbeit des Ministerpräsidenten und CDU-Spitzenkandidaten sehr zufrieden oder zufrieden zu sein. Das sind 17 Prozentpunkte weniger als bei der gleichen Umfrage vor der letzten Landtagswahl 2004.

Seit 1999 regiert die CDU in Thüringen allein, bei der Landtagswahl 2004 konnte die Partei ihre absolute Mehrheit knapp verteidigen.

In Sachsen würde es nach der Umfrage für eine neue Landesregierung aus CDU und FDP reichen, die vor fünf Jahren mangels Mehrheit nicht zustandegekommen war. Die CDU von Ministerpräsident Stanislaw Tillich, die nach eigenem Bekunden die absolute Mehrheit zurückerobern will, büßte laut Umfrage einen Punkt auf 39 Prozent ein. Die derzeit mit ihr zusammen regierende SPD legte dagegen im Vergleich zum Juni um zwei Punkte auf 15 Prozent zu. Trotzdem bleiben die Sozialdemokraten nur drittstärkste Partei nach der Linken, die derzeit mit 19 Prozent (minus ein Punkt) der Stimmen rechnen kann. Die FDP blieb bei zwölf Prozent, die Grünen bei sechs Prozent.

Die rechtsextremistische NPD kam laut Umfrage auf fünf Prozent hoffen und hat damit Chancen, wieder in den Dresdner Landtag einzuziehen. Die Zahl der Wähler, die sich prinzipiell vorstellen können, die Partei zu wählen, das sogenannte Rechts-Potenzial, schrumpfte aber im Vergleich zu einer Vorwahlbefragung vom September 2004 von damals 13 auf nunmehr neun Prozent. Die NPD hatte seinerzeit bei der Landtagswahl 9,2 Prozent der Stimmen geholt.

Infratest befragte in Thüringen und Sachsen jeweils 1 000 Wahlberechtigte.

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