Landtagswahlen 2006
Test in der Etappe

Wegen der in Berlin verordneten Harmonie beschäftigen sich CDU und SPD bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt vorwiegend mit Landesthemen. Eine Analyse der regionalen Stärken und Schwächen.
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Ende März wählen zwölf Millionen Bürger in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt neue Landesparlamente. Zwar wird der Wahlausgang in Mainz, Stuttgart und Magdeburg auch Rückwirkungen auf die große Koalition in Berlin haben. Etwa wenn Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) in Mainz verlieren sollte. Anders als früher aber, als in den Ländern immer auch über die Politik der Bundesregierung abgestimmt wurde, spielt Bundespolitik diesmal keine wichtige Rolle.

Rheinland-Pfalz: Auf der Kippe.

Rheinland-Pfalz, gerne als "Land der Rüben und Reben" abgetan, ist besser als sein Ruf. Dem amtierenden Ministerpräsidenten garantiert das dennoch nicht die Wiederwahl.

Zwei Drittel seiner rund vier Millionen Einwohner leben auf dem Land. Wein-, Obst- und Gemüseanbau bestimmen weithin das Bild. In sechs Weinregionen keltern rund 20 000 Winzerbetriebe 70 Prozent des deutschen Rebensafts. Die Bilderbuchlandschaft des Mittelrheins hat die Unesco zum Weltkulturerbe erklärt. Rhein, Mosel, Nahe und Ahr, Pfalz, Hunsrück, Eifel und Westerwald ziehen jährlich rund sieben Millionen Gäste an. Mit einer Wertschöpfung von 4,2 Milliarden Euro gehört der Tourismus zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen, er beschäftigt jeden zwölften Arbeitnehmer im Lande.

Kein Wunder, dass Rheinland-Pfalz im Rest der Republik bis heute gerne als armer Agrarstaat, als "Land der Rüben und Reben", abgetan wird. Doch damit wird man dem Bundesland in Deutsch-Südwest schon länger nicht mehr gerecht. Beim jüngsten Bundesländer-Ranking von WirtschaftsWoche und der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (41/2005) kam das Land auf den zweiten Platz. In puncto "wirtschaftliche Dynamik" waren nur die Sachsen besser, die auch den Gesamtsieg davontrugen. Zu den Stärken des Landes zählt vor allem eine relativ niedrige Zahl von Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern. Unter allen 16 Bundesländern hat Rheinland-Pfalz hinter Baden-Württemberg und Bayern das beste Ergebnis vorzuweisen.

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