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Landtagswahlen 2014

Ex-Ministerpräsident
Biedenkopf preist AfD-Chef Lucke als „hellen Kopf“

In der CDU mehren sich die Stimmen, die einen offeneren Umgang mit der eurokritischen Alternative für Deutschland fordern. Der ehemalige Ministerpräsident Biedenkopf findet sogar lobende Worte für AfD-Chef Lucke.
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BerlinIn der CDU wird die Kritik am Umgang der Parteispitze mit der eurokritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) lauter. Sachsens ehemaliger Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) warnte davor, die AfD voreilig als rechte Partei abzustempeln. „Die AfD im bisher üblichen Sinne als rechts einzustufen ist voreilig“, sagte Biedenkopf der Wochenzeitung „Die Zeit“. „NPD und AfD in einem Atemzug zu nennen erscheint mir unangemessen“, ergänzte er.

Mit AfD-Vertretern hat Biedenkopf nach eigenen Angaben Briefwechsel über den Euro geführt und diesen inhaltlichen Austausch sehr geschätzt. Den Parteivorsitzenden Bernd Lucke lobte der CDU-Mann ausdrücklich: „Parteichef Bernd Lucke halte ich für einen hellen Kopf.“

Am Sonntag war der AfD bei der Wahl in Sachsen mit dem unerwartet starken Ergebnis von 9,7 Prozent erstmals der Sprung in ein Landesparlament gelungen. Der Wahlsieger, Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), hatte am Wahlabend zunächst eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht ausgeschlossen, schwenkte aber nach dem entschiedenen Nein von CDU-Generalsekretär Peter Tauber auf den Kurs der Bundes-CDU ein.

Dass die AfD mit mehr als 159.000 Stimmen auf ein Wahlergebnis von 9,7 Prozent kam, überrascht den Forsa-Chef Manfred Güllner nicht: „Bei der Europawahl vor wenigen Wochen waren es noch mehr - nämlich gut 164.000 Stimmen. Auch bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr hatte die AfD in Sachsen schon 158.000 Stimmen“, sagte Güllner dem „Stern“.

Biedenkopf führt den Erfolg der AfD darauf zurück, dass sich CDU und SPD kaum mehr unterschieden: „Was fehlt, ist eine ernst zu nehmende politische Kraft, die sich mit den beiden großen Parteien und ihrer Politik auseinandersetzt“, sagte der 84-Jährige. „Die Superkoalition in Berlin hat die Gewaltenteilung praktisch außer Kraft gesetzt.“

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Thüringen-CDU offen für Sondierungsgespräche mit der AfD

Kommentare zu " Ex-Ministerpräsident : Biedenkopf preist AfD-Chef Lucke als „hellen Kopf“"

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  • Dass unser Land ganz dringend eine konservative-bürgerliche Partei braucht, nachdem die CDU das nicht mehr ist, ist doch unbestritten.
    Denn was sind denn CDU und SPD heute noch? Eine neue SED, mehr nicht

  • Biedenkopf hat recht!
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    Die CDU sollte endlich damit aufhören, die AfD zu ignorieren und mit ihnen sprechen.
    Sie sollte auch damit aufhören, sie in die rechte Ecke zu stellen, denn da gehört sie nicht hin.
    Wenn, dann ist sie wertkonservativ.

    Da sich CDU und SPD eigentlich nicht mehr unterscheiden, ist sie eine notwendige Ergänzung im politischen Klima.

  • Getroffene Hunde bellen. Die CDU und andere Parteien haben schlichtweg: Schiss.

    Schiss wovor?
    Das einer mal Klartext spricht; vllt. unkonventionelle Vorschläge unterbreitet die ein gesunder Menschenverstand versteht und nachvollziehen kann.
    Das Problem der Parteien ist einfach wie 20 Jahre beim BUND dienen: meistens wird das denken verlernt. Dienst nach Dienstvorschrift. Egal wie hohl diese auch sein mag.

    Das regierungseigene Gesülze geht mir gehörig auf den Zeiger.

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