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Landtagswahlen 2014

Kommentar zur Sachsen-Wahl
Der König ist tot – es lebe der König?

Im Freistaat Sachsen ist eine Partei gestorben. Eine gerade geborene hat ihren Weg aber noch nicht gefunden. Was erwartet die Menschen nun?
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Wie lange braucht eine Partei, um zu denen zu gehören, die sich etabliert nennen? Und: Gibt es so etwas wie einen natürlichen Lebenszyklus einer Partei - Geburt unter Schmerzen, Jugend im Windschatten der Großen, dann gestalten und irgendwann abtreten und abgehen?

Die erste Frage, die nach dem etabliert sein, stellt sich die AfD. Aus dem Stand ein fast zweistelliges Ergebnis zu schaffen – das ist ein toller Erfolg. Der Glückwunsch bleibt einem jedoch schon wieder im Hals stecken mit Blick auf die Themen, mit denen die AfD punktete. Es ist ein Sammelsurium von Zuwanderung über Kriminalität bis zu Europa und sein Zustand. Es gibt vor, Werte zu vermitteln, aber ist vor allem dazu konzipiert, die Unzufriedenen und die Zukurzgekommenen zu bedienen.

Allerdings verfängt dieses Konzept nun bereits seit zwei Jahren - so lange gibt es eine wahrnehmbare AfD. Und es verfängt um so mehr, je weiter die Partei sich löst von dem ursprünglichen Gedanken der reinen Anti-Euro-Partei. Was an Themen dazu gekommen ist, ist alles andere als originell – aber es genügt.

Was die AfD noch stoppen kann, ist sie selbst. Junge Parteien müssen hart an ihren Strukturen arbeiten: Sie müssen die Emporkömmlinge durch die Marathonläufer ersetzen, die Radaubrüder durch die Kompromissfähigen. In diesem Prozess steckt die AfD. Ihr Ergebnis in Sachsen und vielleicht auch die Stimmen. die sie in den nächsten Wochen in Thüringen und Brandenburg auf sich vereinigen kann, verschaffen ihr dafür eine Legislaturperiode Zeit und höchste Aufmerksamkeit.

Ganz anders die FDP. Die Liberalen hatten nie ein einfaches Thema, mit dem sie sich identifizieren ließen. Ihre Funktion besteht sein einem halben Jahrhundert in Deutschland darin, einer rechten oder linken Regierung eine liberale Note hinzuzufügen. Für sich genommen ist Liberalismus eine sehr abstrakte Idee, die sich nicht für Parolen, Träume - oder Alpträume - eignet.

Solche Ideen haben es erst recht dann bei uns Wählern schwer, wenn es an einem Menschen mangelt, der ihnen Wärme, Blut und Leben einhaucht. Dieses Führungspersonal - es fehlt keiner Partei so sehr wie der FDP. Deswegen tritt sie jetzt ab von der deutschen Parteibühne.

Die Bilanz nach der Wahl in Sachsen sieht also so aus: CDU und SPD, rechts und links haben mit der FDP einen Jahrzehnte alten Koalitionspartner verloren. Ob ein neuer nachwächst, können sie noch nicht entscheiden.

Der König, oder besser: Der Königsmacher ist tot, der neue aber ist noch nicht erwachsen. Und so lange dieser Zustand anhält, werden sie sich in den Ländern und auch im Bund mit ihren bekannte Mehrheitsbeschaffern oder einfach miteinander beschäftigen müssen.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Kommentar zur Sachsen-Wahl: Der König ist tot – es lebe der König?"

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  • Zitat: "AfD-Wähler sind "Globalisierungs- und Gesellschaftsverlierer"? ...lol... "

    Zur Analyse der ARD:

    Zitat: "54 Prozent der AfD-Wähler sagen, sie hätten ihre Stimme aus Enttäuschung der AfD gegeben, 39 Prozent sagen, aus Überzeugung."

    und weiter

    "Dabei sehen sich die AfD-Wähler selbst als gesellschaftliche Verlierer - obwohl es ihnen wirtschaftlich gut geht. Angst könnte hier eine Rolle spielen: Während sich durchschnittlich 69 Prozent der sächsischen Wählerinnen und Wähler von der gegenwärtigen Weltlage bedroht sehen, sind es unter den AfD-Wähler/innen 85 Prozent."

    http://www.tagesschau.de/inland/analyse-landtagswahl-sachsen-100.html

  • @Leonhard Fischer

    Was für ein peinlich-dummer Beitrag! ...lol...

    AfD-Wähler sind "Globalisierungs- und Gesellschaftsverlierer"? ...lol...

    In den Wähleranalysen der ARD wurde gestern z.B. sehr deutlich dargestellt, dass es 80% der AfD-Wähler "wirtschaftlich sehr gut" geht und dass sie überwiegend aus einer "weit über dem Mittel gebildeten Schicht" stammen...

    Da versucht wohl jemand im Gewand eines angeblichen Gewinners seine dümmlichen Parolen loszuwerden...

  • Mal ein Hinweis in Sachen "Wahlprognose":

    Für die AfD wurden bis eine Woche vor der Wahl rund 7% prognostiziert, erhalten hat sie fast 10%. Das ist eine Fehlschätzung von fast 50% (FÜNFZIG)!!! So eine "statistische Abweichung" ist nach mehrwöchigen Befragungen, Wählerwander-Analysen usw. rechnerisch nicht zu erklären! Statstische Erhebungen dieser Art tolerieren i.d.R.Abweichungen von 3-5%, in besonderen Fällen max. 10%!

    Man sieht auch bei dieser Wahl:
    Die Prognose-Zahlen waren manipuliert! Eindeutig! Das wird jeder Wirtschaftswissenschaftler (Hochschulabsolventen BWL/VWL, Hochschul-Professoren, Fachleute aus Meinungs- und/oder Marktforschung-Instituten wie z.B. "Allensbach" und ähnliche) bestätigen können.

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