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Landtagswahlen 2014

Landtagswahl in Sachsen
AfD auf Siegeszug, FDP am Abgrund

Noch eineinhalb Wochen bis zur Landtagswahl in Sachsen. Umfragen sehen die AfD über fünf Prozent, die SPD hofft auf neue Wähler und die NPD könnte wieder ins Parlament einziehen. Die Bündnisspekulationen laufen heiß.
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LeipzigEineinhalb Wochen vor der Landtagswahl will sich in Sachsen keine Wechselstimmung einstellen. Die seit 1990 regierende CDU wird aller Voraussicht nach wieder stärkste Partei werden.

In einer am Donnerstagabend veröffentlichten ARD-Vorwahlumfrage kommt die Regierungspartei auf 40 Prozent, das sind zwei Punkte weniger als bei der Befragung Anfang Juli. Ein ähnliche Ergebnisse hatte auch das ZDF-„Politbarometer“ erbracht.

Also alles wie gehabt? Nicht ganz, denn Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) wird sich wohl einen neuen Partner suchen müssen. Die Chancen, dass die bisher mitregierende FDP in Sachsen ihre letzte Bastion verteidigen kann, stehen schlecht. Die ARD-Umfrage sieht die Liberalen bei 3,5 Prozent. 30 Prozent sind der Ansicht, dass erneut eine schwarz-gelbe Koalition „gut für Sachsen“ wäre.

Noch aber kämpft FDP-Spitzenmann Holger Zastrow unermüdlich dagegen an, im bundesweiten Abwärtssog der Liberalen mitgerissen zu werden. „Die sächsische FDP lebt“, verkündet er fast trotzig und listet politische Erfolge auf, wie etwa wiederbelebten alten Autokennzeichen. Zugleich warnt er vor dem Ende der aus seiner Sicht „letzten marktwirtschaftlichen Regierung in Deutschland“ und einer nun auch in Dresden drohenden großen Koalition. Mit der SPD, so Zastrow, drifte die CDU „immer weiter nach links“.

Sollte die FDP aus dem Parlament fliegen, steht die SPD tatsächlich als potenzieller Partner bereit. „Ja, ich will, dass wir regieren“, sagt SPD-Spitzenkandidat Martin Dulig, der sich gern als junger frischer Gegenpol zum angegrauten Landesvater Tillich präsentiert. Der erst 40-Jährige steht vor seiner großen Bewährungsprobe. Er war vor fünf Jahren als Landeschef angetreten, um die Partei aus einem tiefen Tal zu führen.

In den vergangenen Jahren war die SPD in Sachsen nicht mehr als eine Zehn-Prozent-Partei. Nun hofft sie auf einen kleinen Aufschwung. Jüngste Umfragen sehen die Partei immerhin bei 14 Prozent. 54 Prozent sprechen sich für eine Koalition von CDU und SPD aus. In einer Koalition mit der CDU wäre die SPD aber allenfalls ein Mini-Partner wie 2004 bis 2009, als beide schon einmal gemeinsam regierten.

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  • @Joachim Sondern – Die AfD ist keine wirkliche Oppositionspartei, aber immer noch bessere als CDU,SPD,LINKE,Grüne

    Ich stimme dem grundsätzlichen Tenor des Berichts zu, dass es sich bei der AfD um eine immer noch zu angepasste, unkritische den etablierten Parteien zu ähnliche -- sprich nicht ausreichend systemkritische Parteu handelt.

    Wer wirklich demokratisch denkt, und die Machtverhältnisse in der BRD kennt, der weiß auch, dass eine hundertpronztige Oppositionspartei niemals so akzeptiert worden wäre wie die AfD.
    Siehe etwa:
    http://schwertasblog.wordpress.com/2013/04/11/islamkritiker-wenn-alle-untreu-werden/

    http://schwertasblog.wordpress.com/2013/04/05/konservatismus-ist-nicht-die-antwort/

    Aber trotz der berechtigten Kritik: Die AfD kann sich verändern und sie ist immer noch kritischer und eine bessere Option als alle etablierten Parteien.

  • FDP am Abgrund
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    Wie plakatierte die FDP jüngst?
    KEINE SAU BRAUCHT DIE FDP!
    Und damit hat sie wohl den Nagel auf den Kopf getroffen!
    Die FDP hat fertig, Flasche leer!
    Und die AfD wird aus dem Stand mit 7% gehandelt. Das ist für eine junge Partei ein gutes Ergebnis.

    Aber das Stimmvieh will mehrheitlich schwarz-rot.
    Sie wählen also den Stillstand.
    Die Positionen zwischen CDU und SPD sind diametral.

  • Die AfD begann sehr vielversprechend, jedoch wird sie mit Bern Lucke sehr schnell untergehen. Für Parteidespoten und -tyrannen ist heute kein Platz mehr.
    Auch in Koalition sehe ich die AfD nicht, sondern in einer starken oppositionellen Arbeit. Erst wenn sie sich dort beweist, ist sie auch regierungsfähig.

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