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Landtagswahlen 2014

Ramelow will Landeschef werden
Bodo Ja – Linkspartei Nein

Bodo Ramelow könnte als erster Linken-Politiker Ministerpräsident werden. Bleibt die Frage: Kann Ramelow auch Wirtschaft? Wir hatten vor der Landtagswahl Unternehmer im Land besucht. Sie sind skeptisch.
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ErfurtManchmal spielt der Zufall Schicksal. Wie auch in diesem Fall. Ein großes Unternehmen aus dem Westen trieb einen aktiven Mann aus dem Westen in die linke Partei aus dem Osten. Bodo Ramelow wurde in den 1990er Jahren Mitglied der PDS. Schuld, wenn man so will, war der Konzern Kali+Salz. Er setze sich dafür ein, dass im thüringischen Bischofferode eine lukrative Salzgrube geschlossen wurde. Ramelow kam als Gewerkschafter aus Hessen über die Grenze und kämpfte an der Seite der Kali-Kumpel.

Die Thüringer Arbeiter haben ihm seinen Einsatz bis heute nicht vergessen. Die Arbeitgeber jedoch auch nicht.

Nun möchte Bodo Ramelow Ministerpräsident im Freistaat werden. Es wäre eine Sensation. 25 Jahre nach der Wiedervereinigung würde erstmals ein Politiker der Linken ein Bundesland regieren.

„Mein Hund Attila wittert schon die Rostbratwurst“

Und die Chancen dafür stehen nicht schlecht: Nach der jüngsten Umfrage liegt die Linke mit 28 Prozent nur 6 Punkte hinter der CDU. Zusammen mit der SPD und den Grünen könnte sie an die Macht gelangen. Hinzu kommt eine Wechselstimmung im Freistaat, die es weder unter dem Landesvater Bernhard Vogel (CDU) noch unter Dieter Althaus (CDU) gegeben hat. Da stellt sich die Frage: Wie steht eigentlich die Wirtschaft zu einem möglichen linken Ministerpräsident?

Wer darauf eine Antwort sucht, kann sich die Auftritte Ramelows im Wahlkampf ansehen. Natürlich nimmt der Protestant an Gottesdiensten teil, natürlich steht der Politiker auf Marktplätzen und redet von der Bühne. Doch Ramelow, der sich selbst scherzhaft Ministerpräsident i.L. (in Lauerstellung) nennt, scheut auch nicht den Kontakt mit der Wirtschaft. Viele Firmenbesuche stehen auf seinem Programm. In Gera etwa besichtigte er das Druckhaus, sprach mit der Unternehmensführung und setzte sich dann zusammen mit der Belegschaft an den Grill. „Mein Hund Attila wittert schon die Rostbratwurst“, sagt Ramelow bei solchen Gelegenheiten. Der Rüde ist einer seiner treuesten Wahlkampfhelfer.

Antworten geben aber auch Unternehmer selbst. Einer, der in Thüringens Wirtschaftskreisen als bestens vernetzt gilt, ist Matthias Grafe. Der Unternehmer führt seit 1991 einen Familienbetrieb. Am Sitz in Blankenhain, einem neu gebauten Areal am Ortsrand, produziert der Mittelständler Kunststoffteile und gibt etwa 300 Menschen Arbeit. „Bodo Ramelow hat sich in den vergangenen Jahren sehr geschickt der Wirtschaft genähert, ohne sich anzubiedern“, sagt Grafe. Das habe man zwar registriert, aber auch relativ gelassen zur Kenntnis genommen.

Doch langsam, umso näher der Wahltermin rückt, setze unter den Firmenbossen Panik ein. Es geht dabei nicht um Ramelow selbst. „Man ist schockiert über die Ideologie einzelner Menschen, die hinter Ramelow stehen“, sagt Grafe und meint die zweite Reihe. Jene aus der Linkspartei, die bei der Ein-Mann-Wahlkampf-Show so gut wie unsichtbar bleiben, aber zum Teil noch Berührung mit der Stasi hatten.

Was Unternehmer und Teile der CDU jedoch am meisten stört, ist die Schwäche der derzeitigen Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU). Auch wenn sich die Firmenlenker die Landesmutter weiterhin an die Macht wünschen, einen guten Stand hat sie nicht. „Die Ministerpräsidentin ist aufgrund ihrer zurückliegenden Affären die beste Wahlkämpferin für Ramelow“, sagt Grafe. Und eine rote Regierung hätte fatale Folgen für den Freistaat.

Kommentare zu " Ramelow will Landeschef werden: Bodo Ja – Linkspartei Nein"

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  • Der Ramelow hat nicht mehr und nicht weniger Ahnung als die meisten anderen Ministerpräsis auch.
    Also lasst die Linken endlich in Ruhe! Leben und leben lassen heisst das Motto.
    Im übrigen scheint mir der Gysi manchmal schlauer in Wirtschaftsfragen als alle anderen zusammen. Das soll was heissen!

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