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Landtagswahlen 2014

Sachsen vor der Wahl Überflieger und Bruchpiloten

Sachsen wählt und die Liberalen zittern: Die FDP droht von der Bildfläche zu verschwinden. Dafür dürfte die AfD ihren Höhenflug fortsetzen. Nur einer kann vor dem Wahlkampfendspurt entspannt in Urlaub fahren.
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Das sind die Top-Leute der Parteien
Ausblick auf die Landtagswahl in Sachsen
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Schwarz-Gelb in Sachsen hat die Landtagswahl auf den letzten Ferientag gelegt – was der Wahlbeteiligung sicher nicht zuträglich ist. Nach den Umfragen ist die CDU klarer Favorit: Wenn die Sachsen am 31. August ihren Landtag wählen, dürfte Ministerpräsident Tillich sein Amt wohl behalten. Spannend ist die Wahl dennoch: FDP und Grüne bangen um den Wiedereinzug in den Landtag, die AfD mischt erstmals mit, Linke und SPD müssen sich strecken. Hier ein Überblick über die Spitzenkandidaten der Parteien.

Stanislaw Tillich
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Stanislaw Tillich (CDU) ist smart, mehrsprachig und bodenständig: Die Sachsen mögen den 55-Jährigen, der seit Mai 2008 Ministerpräsident und CDU-Landeschef ist. Bundespolitische Ambitionen hegt der zweifache Familienvater nicht.

Wanderung in den CDU Landtagswahlkampf
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In die Politik kam Tillich – hier beim Wandern mit der Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) – wie viele Ostdeutsche erst nach der Wende. Das CDU-Parteibuch hatte der Sorbe zu diesem Zeitpunkt schon. In den 1990er-Jahren saß Tillich als Beobachter und Abgeordneter im EU-Parlament. 1999 kam er als Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten nach Sachsen zurück. 2002 folgte das Amt als Chef der Staatskanzlei. Später leitete er die Ressorts Agrar und Umwelt sowie Finanzen.

Rico Gebhardt
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Rico Gebhardt (Linke) gilt als Verfechter eines rot-rot-grünen Bündnisses in Sachsen. Nur findet das bei SPD und Grünen kaum Widerhall. In seiner Partei war der 51-jährige Landeschef der Linken lange damit beschäftigt, den Laden zusammenzuhalten. Denn zwischen altgedienten Parteikadern und einer „Jugendbrigade“ gibt es auch in Sachsen Spannungen. Mit seinem ausgleichenden Wesen scheint er der ideale Mann dafür.

Wahlkampf Die Linke Sachsen
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Gebhardt – hier beim Wahlkampfauftakt in Dresden – war bereits in der DDR SED-Mitglied. Seit 2004 sitzt er im Landtag. 2009 übernahm er den Parteivorsitz, 2012 die Fraktion. Der gelernte Koch gilt als bodenständiger Familienmensch. Drei kleine Kinder halten ihn privat auf Trab.

SPD-Spitzenkandidat Martin Dulig
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Martin Dulig (SPD) ist ein Familienmensch. Das lässt sich schon an der Größe seines Haushalts ablesen: Der 40-Jährige ist verheiratet und Vater von sechs Kindern. Sachsens oberster SPDler kam als 15-Jähriger zur Sozialdemokratie. Unter dem Eindruck der politischen Wende gründete er die SPD-Jugendorganisation Jusos in Sachsen mit. 2004 zog der Diplompädagoge in den Landtag ein, 2007 übernahm er den Fraktionsvorsitz.

Martin Dulig
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Nach der neuerlichen Schlappe bei der Landtagswahl 2009, bei der die SPD mit 10,4 Prozent der Stimmen das vorherige Resultat von 9,8 Prozent (2004) kaum verbessern konnte, übernahm Duldig den Parteivorsitz. Seither gilt der Sozialdemokrat – hier mit einem Pappaufsteller auf Wahlkampftour – als Hoffnungsträger.

DüsseldorfDer Wähler liegt irgendwo in der Sonne oder erklimmt Berge – und die Parteien folgen ihm. Linke und SPD wollen sogar an die Ostsee fahren, um sächsische Urlauber zu erreichen, die Grünen steuern mit ihrem Sommermobil Badeseen im Freistaat an.

Schwarz-Gelb in Sachsen hat die Landtagswahl auf den 31. August – den letzten Ferientag – gelegt und muss nun mit Desinteresse rechnen. Die Parteien müssen sich also einiges einfallen lassen im Wahlkampf: Ob das etwas bringt oder eher nervt, hängt wohl von der Gemütslage der Wähler ab. Die Themen für den Wahlkampf sind seit langem bekannt: Bildung, Bildung, Bildung – und die grenzüberschreitende Kriminalität.

Bundesweit steht die Sachsen-Wahl aber aus anderen Gründen im Fokus: Mit der Alternative für Deutschland (AfD) dürften die Euro-Skeptiker erstmals in ein deutsches Länderparlament einziehen. Der NPD droht dagegen nach zehn Jahren das Aus. Damit wären die Rechtsextremen auf Länderebene nur noch in Mecklenburg-Vorpommern vertreten.

Auch für die FDP könnte der 31. August folgenreich sein. Wenn sie scheitert, ist sie auf Landesebene nirgendwo mehr in Regierungsverantwortung. Hier ein Überblick, was die Parteien von der Sachsenwahl erwarten können, und was für sie auf dem Spiel steht.

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3 Kommentare zu "Sachsen vor der Wahl: Überflieger und Bruchpiloten"

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  • Die NPD durfte natürlich nicht erwähnt werden, wiewohl sie schon zwei Legislaturperioden im Landtag sitzt.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Inhaltlich vertritt die AfD im Wesentlichen viele der ehemaligen CDU-Positionen, also bevor Merkel&Co die CDU versozialdemokatisiert hat.
    Sondierungsgespräche zwischen CDU und AfD liegen inhaltlich also eigentlich auf der Hand.

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