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Landtagswahlen 2014

Unternehmer und die AfD
Die eierlegende Wollmilchsau wehrt sich

Die eurokritische AfD hofft bei der Sachsen-Wahl auf ihren ersten Einzug in ein deutsches Parlament. Einer, der dabei hilft, ist Klaus-Dieter Geyer. Warum Unternehmer wie er nicht mehr auf Schwarz-Gelb stehen.
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DüsseldorfDer arbeitenden Bevölkerung helfen – das, sagt der Unternehmer Klaus-Dieter Geyer, sei sein Ziel. Und darum ist er im vergangenen Jahr der Alternative für Deutschland (AfD) beigetreten. Mittlerweile sitzt der 71-Jährige für die eurokritische Partei im Kreistag des Vogtlandkreises, wo sein mittelständisches Unternehmen für Maschinen- und Werkzeugbau seinen Sitz hat. „Ich bin der AfD beigetreten, um den wertschaffenden Menschen eine Stimme zu geben“, sagt Geyer.

Die etablierten Parteien seien dazu nicht in der Lage. „Die gesamte politische Situation ist unbefriedigend“. In allen Bereichen hätten CDU, SPD, FDP, Grüne und die Linken versagt. „Das größte Übel ist die Familienpolitik.“ Die Chancen für Frauen und Eltern mit kleinen Kindern auf dem Arbeitsmarkt seien zu schlecht. Schuld daran: die Regierung. Ihnen fehle der Pragmatismus.

Dies möchte Geyer ändern. Darum unterstützt er als stellvertretender Vorsitzender der AfD Vogtland seine Partei im Wahlkampf für die Landtagswahl in Sachsen. Täglich hilft er der Partei etwa drei bis vier Stunden lang, Wahlstände aufzubauen und die Auftritte der Politiker zu planen. Nach Prognosen mehrerer Forschungsinstituten kommt die AfD auf fünf bis acht Prozent der Wählerstimmen und zieht damit in den Landtag ein. Das wäre der zweite Erfolg nach dem Einzug ins EU-Parlament im Frühjahr.

Die AfD erfreut sich auch bei Unternehmern immer mehr Zustimmung, wie unter anderem eine Umfrage des CDU-Wirtschaftsrats im Juli ergab. Auf die Frage, welche Koalition sich die Unternehmer wünschten, landete ein schwarz-gelbes Bündnis aus Union und FDP zwar mit 42 Prozent noch immer weit vorn. 20 Prozent wären auch Schwarz-Grün nicht abgeneigt. An dritter Stelle stand allerdings schon ein mögliches Bündnis von Union und AfD. Die SPD – abgemeldet.

Unternehmer Geyer macht den Wahlkampf neben seiner Arbeit als Geschäftsführer seines Unternehmens in Reichenbach im Vogtland, etwa 18 Kilometer westlich von Zwickau. Die Firma hat sich auf Teilefertigung sowie Vorrichtungs- und Werkzeugbau spezialisiert. Ihre Hauptabnehmer sind Unternehmen aus der Verpackungsmittelindustrie, der Autoindustrie, des Groß- und Spezialpumpenbaus sowie dem Anlagen- und Formenbau. Geyer beschäftigt derzeit etwa 40 Mitarbeiter.

Auch die Arbeit als Mittelständler war für Geyer ein Grund, die AfD zu unterstützen. „Der Mittelstand ist für die etablierten Politiker die eierlegende Wollmilchsau“, sagt er. Die AfD wolle die Steuerlast des Mittelstandes senken. Um dies zu erreichen, brauche die Partei aber erst eine parlamentarische Basis, mit der sie in der Lage sei, die Politik des Landes zu gestalten. Geyer kritisiert die Finanzpolitik der Bundesregierung. Trotz hoher Unternehmenssteuern und allgemein sprudelnder Einnahmen des Staates, steige die Staatsverschuldung. „Niemand in der Regierung möchte dagegen etwas unternehmen.“

Rechtspopulismus – na und?

Die AfD gibt sich nach außen vor allem als Partei der ökonomischen Vernunft. Raus aus dem Euro, raus aus den Schulden, weg mit Überregulierung – das sind die Thesen, die die Frontmänner Bernd Lucke und Ex-Industriepräsident Hans-Olaf Henkel vertreten. Doch manche Experten sehen sie AfD als mehr als das: als Sammelbecken für alle möglichen rechts-nationalistischen Sehnsüchte, und viele ordnen die Partei deshalb dem rechtspopulistischen Spektrum zu. Zu diesem Schluss kommt etwa eine Studie der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung: „Die Partei zeigt wohlstandschauvinistische, marktradikale und nationalistische Tendenzen. Deshalb ist sie rechts von der CDU/CSU einzuordnen und für Wähler dieses Spektrums attraktiv“, heißt es dort.

Einige der Politiker der AfD waren zuvor Mitglieder bei rechtsradikalen und -populistischen Parteien. Immer wieder äußern sich Politiker der AfD auch pauschal islamkritisch. Der Generalsekretär der AfD Sachsen sagte in einem Interview mit dem „Deutschlandfunk“: „Na ja, der Islam ist ja nun doch ein bisschen problematisch. Er hetzt gewisse Leute auf und passt eigentlich meines Erachtens auch nicht zu Deutschland.“ Parteichef Lucke versichert dagegen stets, die AfD werde nicht von Rechten unterwandert.

Das alles ficht Geyer nicht an. „Die AfD ist mittlerweile meine politische Heimat“, sagt der Unternehmer. Früher war er Mitglied in der SED, trat allerdings vor der Wende aus. „Grund dafür war die gesamten politischen Entwicklungen in Deutschland“, sagt er. An der AfD schätzt Geyer, dass es dort, anders als in den anderen Parteien, kaum Spinner gebe. „Klar, ein paar Spinner gibt es immer, aber die meisten Politiker bei der AfD sind vernünftig.“

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