Zum Landtagswahlen 2016 Special von Handelsblatt Online

AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm
Das Schreckgespenst der Etablierten

Er steht für den Aufstieg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern: Spitzenkandidat Leif-Erik Holm kommt auf den ersten Blick höchst sympathisch daher. Kein Wunder – er hat viele Jahre Erfahrung als Radiomoderator.

BerlinDrei-Tage-Bart, frisches Lächeln und eingängige Stimme: Der Mann, der die etablierten Parteien in Mecklenburg-Vorpommern das Fürchten lehrt, kommt auf den ersten Blick höchst sympathisch daher. Leif-Erik Holm hat die AfD im Nordosten erstmals in den Landtag geführt. Höchst selbstbewusst feierte der smarte Mittvierziger am Sonntagabend den Erfolg und sich selbst: „Wir schreiben hier heute in Mecklenburg-Vorpommern Geschichte.“

Das im Vorfeld vollmundig ausgegebene Wahlziel, die AfD habe auch das Zeug zur stärksten Kraft, wurde klar verfehlt. Für Holm war es dennoch der perfekte Wahlabend. Das "Sahnehäubchen" sei schließlich gewesen, die CDU von Platz zwei zu verdrängen.

Im Wahlkampf gab sich Holm betont heimatverbunden. „Ich bin im Grunde Ur-Mecklenburger“, sagt der gebürtige Schweriner, der in einem Dorf unweit der Landeshauptstadt lebt. Ein AfD-Werbevideo zeigt ihn, wie sein Blick über saftig-grüne Wiesen schweift, er mit seinem dreijährigen Sohn im Sandkasten spielt oder sich am Ostseestrand von der Abendsonne bescheinen lässt.

„Vielleicht kennen Sie mich noch aus dem Radio“, sagte der 46-Jährige in einem Wahlspot. Holm arbeitete seit 1990 viele Jahre als Radiomoderator – vor allem in Mecklenburg-Vorpommern bei dem Privatsender Antenne MV. Dort moderierte er Musik- und Unterhaltungssendungen, für politische Themen oder Nachrichten war er nicht zuständig. Nebenher studierte Holm in Berlin Volkswirtschaft, was sich einige Jahre hinzog.

Mit der Gründung der AfD im Frühjahr 2013 wurde aus dem Radiomoderator plötzlich ein Vollblutpolitiker. Im Herbst 2013 war Holm bereits als Bundestagskandidat für die Rechtspopulisten auf Stimmenfang. Dass er nun als AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl den ganz großen Coup landete, kam ihm schon im Vorfeld der Wahl ein wenig "unheimlich" vor.

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Holm gilt als gemäßigt

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