Zum Landtagswahlen 2016 Special von Handelsblatt Online

Kretschmann, die Grünen und die CDU
Rückenwind für Schwarz-Grün auf Bundesebene?

Sollte Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg eine schwarz-grüne Koalition zimmern, hätte das Signalwirkung für den Bund. Freilich gibt es bei den Grünen viel Widerstand gegen Bündnisse mit der CDU.

BerlinWinfried Kretschmann lässt sich nicht in die Karten schauen: Nach seinem Triumph bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hält er sich die grün-schwarze Option ebenso offen wie eine Ampelkoalition mit SPD und FDP. Rechnerisch ist beides möglich, doch vor allem eine grün-schwarze Ehe im Südwesten könnte Signalwirkung für den Bund haben.

Kretschmann ist sein haushoher Wahlsieg nach Ansicht politischer Beobachter gelungen, weil er sich im Wahlkampf sehr stark auf die Mitte der Gesellschaft konzentriert hat: Er hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihre Flüchtlingspolitik gelobt und in der Landespolitik die Konfrontation mit der Wirtschaft vermieden.

Dafür bekam er am Tag nach der Wahl viel Lob und Unterstützung in der Partei. „Es gibt eine Menge, was man von diesem Erfolg lernen kann“, konstatiert Parteichef Cem Özdemir im Deutschlandfunk. Als Beispiel nennt der Parteichef, der sich am Sonntagabend mit grün-schwarzer Krawatte gezeigt hatte, eine „gute Industriepolitik“ - und meint damit die Förderung umweltfreundliche Autos.

Auch der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) setzt ganz auf den Kretschmann-Effekt: Überall seien solche Erfolge möglich, aber dies „erfordert dann eben auch eine bewusste strategische Weichenstellung hin zu einer größeren Wählerschaft“. Das Stadtoberhaupt hat sich mit eigenwilligen Positionen in der Flüchtlingspolitik allerdings schon so manchen Feind gemacht in der Partei.

Ganz so euphorisch wie Özdemir und Palmer hören sich die Vertreter des linken Parteiflügels am Tag nach der Wahl nicht an. Denn Kretschmanns Erfolg fußt auch darauf, dass er ihnen so manches zumutet - etwa mit seinem Ja zu sicheren Herkunftsstaaten im Bundesrat.

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Die Parteilinken sind in der Defensive

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