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Landtagswahl in Baden-Württemberg Kretschmann droht die Niederlage

Nach den jüngsten Umfragen muss Ministerpräsident Kretschmann am 13. März mit seiner Abwahl rechnen. Aber auch CDU-Herausforderer Wolf hat es nicht leicht. Die AfD dürfte die Mehrheitsverhältnisse durcheinanderwirbeln.
Update: 17.02.2016 - 12:56 Uhr 30 Kommentare
Ministerpräsident Winfried Kretschmann muss seine Abwahl fürchten. Das liegt vor allen Dingen an der AfD: Sie wirbelt die Verhältnisse in Baden-Württemberg durcheinander. Quelle: dpa
In Deckung

Ministerpräsident Winfried Kretschmann muss seine Abwahl fürchten. Das liegt vor allen Dingen an der AfD: Sie wirbelt die Verhältnisse in Baden-Württemberg durcheinander.

(Foto: dpa)

StuttgartAls Winfried Kretschmann vor fünf Jahren in der CDU-Hochburg Baden-Württemberg der erste grüne Ministerpräsident wurde, war das eine Sensation. Bei der kommenden Landtagswahl wollen die Grünen den politischen Chefsessel gegen die CDU mit dessen Herausforderer Guido Wolf verteidigen. Die Demoskopen sehen keine Wechselstimmung im Land.

Doch wer von den beiden Männern am 13. März das Rennen macht und welche Parteien zusammen regieren, ist schwer vorhersehbar. Nur eines scheint sicher: Die rechtskonservative AfD dürfte es aus dem Stand in den Landtag schaffen, vielleicht sogar mit zweistelligem Ergebnis.

„Das ist doch fast eine Liebesheirat“, schwärmte Kretschmann im März 2011 mit Blick auf seine grün-rote Regierungskoalition. Der SPD wurde eine Partnerschaft auf Augenhöhe versprochen. Doch das Bündnis fand sich schnell in den Mühen der Ebene wieder.

Vor allem die vielen Reformen in der Bildungspolitik, der dadurch teilweise ausgelöste Unmut bei Lehrern, Eltern und Schülern und eine überforderte Kultusministerin sorgten zeitweise für Krisenstimmung. Unterm Strich hat Grün-Rot den gemeinsamen Koalitionsvertrag aber weitgehend abgearbeitet. Das erklärte Ziel ist, zusammen weiterzuregieren.

Doch derzeit sieht es nicht danach aus. In einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF vom 21. Januar lagen die Grünen zwar bei 28 Prozent. Und Kretschmann genießt nach wie vor hohes Ansehen in der Bevölkerung. Der rote Koalitionspartner mit Vize-Regierungschef Nils Schmid hängt aber mit 15 Prozent im Keller. Die Sozialdemokraten klagen, dass die gemeinsamen Regierungserfolge vor allem den Grünen gutgeschrieben würden.

Doch auch die Opposition hat es derzeit nicht leicht: Die CDU steht bei mageren 34 Prozent - die FDP wäre immerhin mit 6 Prozent wieder im Landtag vertreten. Doch auch ein schwarz-gelbes Bündnis hätte derzeit keine Mehrheit.

Grund dafür ist das Flüchtlingsthema. Es überlagert alle anderen landespolitischen Themen und schob die AfD in Umfragen auf zuletzt elf Prozent. Als fünfte Kraft würde sie die Kräfteverhältnisse im derzeitigen Vier-Parteien-Parlament heftig durcheinanderwürfeln.

Merkel unterstützt CDU vor Ort
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30 Kommentare zu "Landtagswahl in Baden-Württemberg: Kretschmann droht die Niederlage "

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • ich fand den auch immer lustig und amüsant. Dass sich ein dofi erschiessen will wenn
    er mit einer intelligenten Frau verheiratet ist, ist auch nichts ungewöhnliches.

  • Herr Kretschmann ihr billiges AfD bashing wird nicht reichen um die Wahlen zu gewinnen

  • Tja für manche Leute sind Landtags- und Bundestagsabgeordnete halt nur stimmentechnisches Füllmaterial zur Bestätigung poltischer Praktika ausserhalb des geltenden Rechtsrahmens, Frau Nuehm.

  • Was ist der Unterschied zwischen Merkel bzw. CDUSPDGrüne und auf der anderen Seite der AfD?

    Die AfD setzt sich für das geltende Asylrecht nach GG §16 ein, also Aufnahme echter Kriegsflüchtlinge unter Beachtung der Drittstaatenregelung.

    Frau Merke und ihre CDUSPDGrüne-Vasallen brechen das geltende Recht und lassen alle rein, die Lust haben bzw. es sich in den Sozialsystemen gut gehen lassen wollen.

    DAS IST DER UNTERSCHIED!

  • @Herr Europäer
    Es geht hier nicht um die Wahl eines Ministerpräsidenten, sonden eines Landtags! Der Unterschied scheint bei Ihnen noch nicht angekommen zu sein. Das geht gerne verloren, wenn einzelne Personen (oder auch ansehnliche Mädels, wie in Hamburg) auf den Schild gehoben werden.
    Dass man trotzdem Demokratie nach Schweizer Art anstreben könnte, steht auf einem anderen Blatt.

  • AfD wirkt, auch ohne Beteiligung in irgendeiner Regierung. Die AfD so stark wie möglich werden, denn umso mehr wirkt sie auch auf die Entscheidungen der anderen Parteien.

    Liebe Mitbürger, verpassen wir der unverantwortlichen Politik der Kanzlerin einen dicken fetten Denkzettel! Wer diese Politik der CDUSPD Regierung mit Unterstützung der Grün-Linken ablehnt muss diesmal AfD wählen, im eigenen Interessen!

  • Kretschmann ist mit fast 70% Zustimmung der beliebteste Ministerpräsident Deutschlands .... und er wird seinen Platz räumen müssen.

    Da kommt unsere repräsentative Demokratie an ihre Grenzen.

  • Für jeden Journalisten gilt nach wie vor das Gebot einer ausgewogenen Berichterstattung. Darf ich deshalb die Waage ein wenig durch Kommentierung ins Gleichgewicht bringen:
    Der Kandidat der AfD heißt Prof. Jörg Meuthen. Tätig im Bereich VWL in der Universität Kehl und verfügt über Sachverstand in bezug der Landesfinanzen.
    Dies könnte sich für das Land Baden-Würtemberg im allgemeinen und für Stuttgart (21) im besonderen als durchaus vorteilhaft für die Bevölkerung erweisen.
    Die Gender-Bildungspolitik der derzeitigen Landesregierung sollte zur Überlegung führen, ob eine Wahlentscheidung in Richtung "rechtskonservativ" (so der Autor des Artikels) nicht nur eine Überlegung wert wäre.

    Bürgerinnen und Bürgern in Baden-Württemberg ist zuzuraten.

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