Zum Landtagswahlen 2016 Special von Handelsblatt Online

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
AfD vor Rekordergebnis

Ist Sachsen-Anhalt eine Hochburg rechter Parteien? Vor der Wahl kommt die AfD in Umfragen jedenfalls auf bis zu 19 Prozent. Doch ein starkes Abschneiden der Rechtspopulisten dürften das Regieren in Magdeburg erschweren.

MagdeburgSachsen-Anhalt könnte bei der Landtagswahl am 13. März wieder mit einem Rekord dastehen. Umfragen sehen die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) bei bis zu 19 Prozent der Stimmen - so hoch schnitt die Partei in ihrer jungen Geschichte noch nie ab. Schon Ende der 90er Jahre wählte das Land eine rechte Partei mit einem Rekordwert ins Parlament. Das Regieren in Magdeburg dürfte schwerer werden - auch wenn Umfragen zufolge eine Mehrheit die Fortsetzung der schwarz-roten Koalition unter Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) wünscht.

„Die AfD zieht aus allen Lagern Protestwähler an“, sagt Politologe Everhard Holtmann von der Uni Halle. Nicht Bildung, Wirtschaft oder Finanzen, sondern die Asylpolitik des Bundes bewegt viele Wähler. „Die Flüchtlingskrise wird bei dieser Wahl voll durchschlagen“, sagt auch der Politologe Wolfgang Renzsch von der Uni Magdeburg.

Nach der Landtagswahl 2011 musste die CDU noch weit auf die SPD zugehen, weil rechnerisch auch ein Bündnis von SPD und Linkspartei denkbar gewesen wäre. Doch nun sieht sie sich mit Konkurrenz am rechten Rand konfrontiert. Auch wenn keine der im Landtag vertretenen Parteien mit der AfD koalieren will, dürfte eine starke, oftmals als völkisch eingestufte Partei im Landtag gehörig Druck ausüben.
Dabei ist noch nicht einmal klar, ob es für Schwarz-Rot überhaupt wieder reicht. Die Umfragen sehen nur eine knappe Mehrheit. Denkbar wären auch Koalitionen wie Schwarz-Rot-Grün oder Schwarz-Rot-Gelb. Aber ob die kleinen Parteien den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen, ist ebenfalls unsicher.

Erfahrungen mit Strömungen am rechten Rand hat Sachsen-Anhalt bereits. 1998 erreichte die rechtsextreme DVU überraschend 12,9 Prozent - so viel wie nie zuvor bei einer Landtagswahl in Deutschland. Doch die Partei zerstritt sich. Später fusionierte die DVU mit der NPD, die 2011 mit 4,6 Prozent der Stimmen scheiterte.

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