Zum Landtagswahlen 2016 Special von Handelsblatt Online

Morgenmagazin und AfD
Petry verpasst Fernsehauftritt

Die AfD kann sich über zweistellige Ergebnisse freuen. Umso mehr Grund hätte Parteichefin Petry, darüber im Fernsehen zu sprechen. Dennoch versäumt sie einen ZDF-Auftritt. Von Verschlafen will sie aber nichts wissen.

MagdeburgDie AfD-Vorsitzende Frauke Petry ist zu einem Interview im ZDF-„Morgenmagazin“ am Montag nicht erschienen. Der Leiter der Sendung, Thomas Fuhrmann, sagte: „Wir hatten von Frau Petry eine feste Zusage für ein Live-Interview kurz nach 8.30 Uhr bei uns der Sendung. Leider ist sie nicht erschienen. Erst als die Sendung vorbei war, hat sich ihr Pressesprecher telefonisch gemeldet und sich entschuldigt.“ Das Morgenmagazin habe Petry nun für Dienstag erneut eingeladen.

„Sie hat nicht verschlafen, sondern den Termin in ihrem Kalender übersehen“, erklärte AfD-Pressesprecher Christian Lüth. Frauke Petry sei Frühaufsteherin.

Die Alternative für Deutschland war vor den Landtagswahlen in drei Bundesländern in zahlreichen Talkshows präsent gewesen. Trotzdem fühlt sich die rechte Partei von den Medien insgesamt schlecht behandelt. Bei AfD-Kundgebungen wird immer wieder der Slogan „Lügenpresse“ skandiert, der auch bei „Pegida“-Demonstrationen zu hören ist.

Zu Fernsehauftritten hätte die AfD nach ihrem guten Abschneiden bei den Landtagswahlen allen Grund. In Sachsen-Anhalt wurde die Partei mit 24,2 Prozent der Stimmen die zweitstärkste Kraft nach der CDU. Außerdem holte die AfD

aus dem Stand 15 Direktmandate. Neben Spitzenkandidat und Parteichef André Poggenburg, der im Wahlkreis Zeitz gewann, konnte sich unter anderem auch Wahlkampfleiter Daniel Roi in Wolfen durchsetzen. Vor allem im Süden jagte die AfD der CDU viele Direktmandate ab. Aber auch in Magdeburg und Halle konnte sie jeweils einen der vier Wahlkreise für sich entscheiden.

Auch bei den anderen beiden Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hatte die AfD zweistellige Ergebnisse erzielt.

Parteichefin Petry sieht die AfD daher als „gesamtdeutsche Partei“. Die Wahlergebnisse zeigten, dass „Bürger in allen Regionen Deutschlands einen Politikwechsel wollen, sagte AfD-Chefin Frauke Petry am Montag im Deutschlandfunk. Die Partei wolle nun „in den Landtagen als Oppositionskraft arbeiten“ und „irgendwann regierungsfähig werden“. „Aber dafür ist es aktuell noch zu früh“, sagte Petry.

Die AfD stehe „auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung“. Sie habe „neben den Themen von Eurokritik und EU-Kritik große Themen angepackt“, etwa in den Bereichen der Familien-, Energie- und Steuerpolitik, sagte Petry. Das „drängendste Thema“ sei aber die Migrationspolitik, mit der sich „alle Parteien“ befassen müssten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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