Zum Landtagswahlen 2016 Special von Handelsblatt Online

Studien zur Einstellung der Bundesbürger
Ressentiments gegen Muslime

Jeder vierte Berliner will Muslimen die Zuwanderung verbieten, in Mecklenburg-Vorpommern ist es einer Studie zufolge sogar jeder Dritte. Im Landtagswahlkampf hat die AfD mit ihren Anti-Islam-Slogans also gute Karten.

BerlinDie AfD geht vor den Landtagswahlen mit Anti-Islam-Slogans auf Stimmenfang. Damit dürften sie in Mecklenburg-Vorpommern vor allem bei Männern punkten, in Berlin eher bei Frauen. Denn eine Auswertung von Studien zur Muslimfeindlichkeit, die der Mediendienst Integration am Donnerstag veröffentlichte, zeigt: In Mecklenburg-Vorpommern, wo kaum Muslime leben, haben Männer mehr Vorbehalte gegenüber Muslimen.

In Berlin, wo sich Muslime und Nicht-Muslime im Alltag häufiger begegnen, findet man muslimfeindliche Einstellungen dagegen stärker bei Frauen. Wie das zu erklären ist, sei noch umstritten, sagte Daniela Krause vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung in Bielefeld. Am 4. September sind Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern, am 18. September folgt Berlin mit Abgeordnetenhauswahlen.

Eine mögliche Erklärung für die Skepsis der Berliner Frauen ist die von einigen Muslimen tatsächlich oder vermeintlich vertretene Haltung zum Verhältnis von Mann und Frau. Laut einer kürzlich veröffentlichten Umfrage sind beispielsweise 23 Prozent der Deutschtürken der Auffassung, Muslime sollten es vermeiden, Menschen des anderen Geschlechts die Hand zu schütteln.

Wie die Forscher aus Bielefeld feststellten, vertrat jeder vierte Berliner 2014 die Auffassung, Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden. In Mecklenburg-Vorpommern sprach sie sogar ein Drittel der Befragten dafür aus. Bundesweit seien muslimfeindliche Einstellungen zwischen 2011 und 2014 zwar zurückgegangen, sagte Krause. Der starke Zuzug von Asylsuchenden im vergangenen Jahr habe jedoch zu teils aggressiv geführten Debatten über Zuwanderung und den Islam geführt. Daher sei zu befürchten, dass diese Einstellungen jetzt wieder stärkere Zustimmung finden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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