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Wahl in Mecklenburg-Vorpommern AfD rückt an die CDU heran

Zwei Tage vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern legt die AfD zu. Die Rechtspopulisten sind in einer Umfrage nun gleichauf mit der CDU. SPD-Ministerpräsident Sellering gibt Merkel die Schuld daran.
Die Partei kommt in einer jüngsten Umfrage auf 22 Prozent der Stimmen – und liegt damit gleichauf mit der CDU. Quelle: dpa
AfD-Plakat

Die Partei kommt in einer jüngsten Umfrage auf 22 Prozent der Stimmen – und liegt damit gleichauf mit der CDU.

(Foto: dpa)

BerlinIn Mecklenburg-Vorpommern liegen in einer neuen Umfrage CDU und AfD vor der Landtagswahl am Sonntag gleichauf. Das am Donnerstagabend vom ZDF veröffentlichte „Politbarometer Extra“ sieht beide Parteien bei 22 Prozent. Die AfD legte um einen Prozentpunkt zur Vorwoche zu, während die CDU stagnierte.

SPD-Ministerpräsident Erwin Sellering machte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für die Popularität der AfD in seinem Land verantwortlich. „Es geht ganz eindeutig den Menschen, die sich vorstellen können, AfD zu wählen, um die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin“, sagte Sellering am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“.

Die SPD von Sellering ist der Umfrage zufolge mit 28 Prozent Zustimmung weiter die stärkste Partei. Für die Linke und die Grünen wollen unverändert 13 beziehungsweise sechs Prozent stimmen. FDP und NPD dürften demnach an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Allerdings sind dem Politbarometer zufolge zwei Tage vor der Wahl noch immer 38 Prozent Wähler unentschlossen, welcher Partei sie ihre Stimme geben wollen. Eine deutliche Präferenz nannten die Befragten in der wichtigsten Personalfrage der Wahl: 62 Prozent sprachen sich dafür aus, dass Sellering Ministerpräsident bleibt. Nur 16 Prozent wollen, dass ihn sein CDU-Herausforderer Lorenz Caffier ablöst. Für keinen der beiden Kandidaten waren 13 Prozent.

Sellering will nun deutlich machen, dass es bei der Wahl am Sonntag um Landesbelange gehe. Sein „wichtigstes Ziel“ sei wes, klarzustellen, dass es am Sonntag um die Belange von Mecklenburg-Vorpommern gehe und nicht um Bundespolitik. Die Flüchtlingspolitik verunsichere die Bürger allerdings sehr, sagte Sellering. Er warf Merkel vor, dass sie bei diesem Thema „den Eindruck erweckt, als sei alles, was sie vorgibt, das einzig Richtige“. „Das provoziert die Menschen.“

Sellering warnte, die Verunsicherung der Menschen über die Folgen der massenhaften Zuwanderung durch Flüchtlinge werde noch verstärkt, wenn es etwa aus der Bundesregierung heiße, dass für die vereinbarten Angleichung der Renten in Ost und West kein Geld da sei. Die Bundesregierung habe in Landtagswahlen schon wiederholt „Denkzettel“ kassiert.

Zu dem Vorstoß seines Innenministers Lorenz Caffier (CDU) für ein Verbot der Vollverschleierung in Deutschland sagte Sellering, dies sei „seine Sache“ und als „Wahlkampf“ zu werten. „Wir haben sehr gut zusammengearbeitet bis auf die letzten drei, vier Wochen, als er dann im Wahlkampf die Sicherheitsdebatte hochgezogen hat“, sagte der SPD-Politiker. Über dieses Vorgehen von Caffier sei er „nicht glücklich.“

Wer in Mecklenburg-Vorpommern um die Spitze kämpft
Erwin Sellering (SPD)
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Erwin Sellering (SPD) ist 66 Jahre alt und stammt ursprünglich aus dem südlichen Ruhrgebiet. 1994 kam er als Verwaltungsrichter nach Greifswald, wo ihn der Ministerpräsident wenig Jahre später zum Justiz- und darauf zum Sozialminister machte. Seit 2008 ist er amtierender Ministerpräsident von Mecklenburg Vorpommern.

Lorenz Caffier (CDU)
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Der ursprünglich aus Dresden stammende CDU-Landeschef Lorenz Caffier ist seit 2006 Innenminister von Mecklenburg Vorpommern und seit 2011 der Stellvertreter von Ministerpräsidenten Sellering. 1980 schloss der Abgeordnete sein Studium als Diplom-Ingenieur für Land- und Forsttechnik ab und arbeitete eine Weile in diesem Bereich. Der 61-Jährige versucht es in diesem Jahr zum zweiten Mal.

Helmut Holter (Die Linke)
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Helmut Holter ist 63 Jahre alt und gilt als Urgestein seiner Linkspartei und des Landtags. Der studierte Bauingenieur gehört dem Landtag mit Unterbrechung seit 1994 an. Seit 2009 ist der Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Landtag Mecklenburg-Vorpommern.

Silke Gajek (Die Grünen)
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Die 54-Jährige studierte Sozialökonomin Silke Gajek tritt nun zum zweiten Mal zur Landtagswahl an. Die aus Schwerin stammende Politikerin ist allerdings nicht alleine.

Jürgen Suhr (Die Grünen)
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Der 57-Jährige Fraktionschef der Grünen, Jürgen Suhr, tritt gemeinsam mit Gajek zur Landtagswahl an. Der aus Remscheid stammende Wirtschaftswissenschaftler hat drei Kinder und verzichtet auf seinen Dienstwagen, um das Fahrrad und die Bahn zu nehmen.

Cècile Bonnet-Weidhofer (FDP)
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Mit 33 Jahren ist Cècile Bonnet-Weidhofer (FDP) die jüngste Kandidatin bei der Landtagswahl. Sie kommt ursprünglich aus Südfrankreich und zog vor sechs Jahren nach Schwerin, um an einer Kunstschule zu arbeiten. Seit vier Jahren ist sie Mitglied der FDP und versucht diese zurück in den Landtag zu führen.

Leif-Erik Holm (AfD)
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AfD-Sprecher Leif-Erik Holm ist 46 Jahre alt und wurde in Schwerin geboren. Bis 2013 arbeitete der studierte Volkswirt als Radiomoderator für den Sender Antenne MV.

  • rtr
  • afp
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