Zum Landtagswahlen 2016 Special von Handelsblatt Online

Wahl in Mecklenburg-Vorpommern
AfD rückt an die CDU heran

Zwei Tage vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern legt die AfD zu. Die Rechtspopulisten sind in einer Umfrage nun gleichauf mit der CDU. SPD-Ministerpräsident Sellering gibt Merkel die Schuld daran.

BerlinIn Mecklenburg-Vorpommern liegen in einer neuen Umfrage CDU und AfD vor der Landtagswahl am Sonntag gleichauf. Das am Donnerstagabend vom ZDF veröffentlichte „Politbarometer Extra“ sieht beide Parteien bei 22 Prozent. Die AfD legte um einen Prozentpunkt zur Vorwoche zu, während die CDU stagnierte.

SPD-Ministerpräsident Erwin Sellering machte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für die Popularität der AfD in seinem Land verantwortlich. „Es geht ganz eindeutig den Menschen, die sich vorstellen können, AfD zu wählen, um die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin“, sagte Sellering am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“.

Die SPD von Sellering ist der Umfrage zufolge mit 28 Prozent Zustimmung weiter die stärkste Partei. Für die Linke und die Grünen wollen unverändert 13 beziehungsweise sechs Prozent stimmen. FDP und NPD dürften demnach an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Allerdings sind dem Politbarometer zufolge zwei Tage vor der Wahl noch immer 38 Prozent Wähler unentschlossen, welcher Partei sie ihre Stimme geben wollen. Eine deutliche Präferenz nannten die Befragten in der wichtigsten Personalfrage der Wahl: 62 Prozent sprachen sich dafür aus, dass Sellering Ministerpräsident bleibt. Nur 16 Prozent wollen, dass ihn sein CDU-Herausforderer Lorenz Caffier ablöst. Für keinen der beiden Kandidaten waren 13 Prozent.

Sellering will nun deutlich machen, dass es bei der Wahl am Sonntag um Landesbelange gehe. Sein „wichtigstes Ziel“ sei wes, klarzustellen, dass es am Sonntag um die Belange von Mecklenburg-Vorpommern gehe und nicht um Bundespolitik. Die Flüchtlingspolitik verunsichere die Bürger allerdings sehr, sagte Sellering. Er warf Merkel vor, dass sie bei diesem Thema „den Eindruck erweckt, als sei alles, was sie vorgibt, das einzig Richtige“. „Das provoziert die Menschen.“

Sellering warnte, die Verunsicherung der Menschen über die Folgen der massenhaften Zuwanderung durch Flüchtlinge werde noch verstärkt, wenn es etwa aus der Bundesregierung heiße, dass für die vereinbarten Angleichung der Renten in Ost und West kein Geld da sei. Die Bundesregierung habe in Landtagswahlen schon wiederholt „Denkzettel“ kassiert.

Zu dem Vorstoß seines Innenministers Lorenz Caffier (CDU) für ein Verbot der Vollverschleierung in Deutschland sagte Sellering, dies sei „seine Sache“ und als „Wahlkampf“ zu werten. „Wir haben sehr gut zusammengearbeitet bis auf die letzten drei, vier Wochen, als er dann im Wahlkampf die Sicherheitsdebatte hochgezogen hat“, sagte der SPD-Politiker. Über dieses Vorgehen von Caffier sei er „nicht glücklich.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%