Wahlen 2013: AfD steuert auf drei Landesparlamente zu

Zum Landtagswahlen 2016 Special von Handelsblatt Online

Wahlen 2013
AfD steuert auf drei Landesparlamente zu

Der Aufstieg der AfD scheint in der Flüchtlings-Krise unaufhaltsam zu sein. Ihre Wahlchancen in gleich drei Bundesländern sind gut. Doch es nützt laut Experten nichts, die Rechtspopulisten zu Polit-Parias zu machen.

BerlinDrei Wochen vor den Wahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt steuert die rechtskonservative AfD auf den Einzug auch in die dortigen Landesparlamente zu. Äußerst stark in der Wählergunst ist die Alternative für Deutschland vor allem im ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt: Dort kletterte die nur 350 Mitglieder umfassende Partei in einer INSA-Sonntagsfrage für die „Bild“-Zeitung (Montag) auf 17 Prozent und damit Platz 3 noch vor der SPD (16) - ein Sprung um 3,5 Punkte seit der Dezember-Befragung des Instituts.

In Baden-Württemberg liegt die AfD laut INSA derzeit bei 10 Prozent - unverändert im Vergleich zur vorherigen Umfrage des Instituts von Anfang Februar. In Rheinland-Pfalz würden sich der INSA-Befragung zufolge derzeit 8,5 Prozent der Wähler für die Rechtspopulisten entscheiden, nach 8 Prozent knapp drei Wochen zuvor und 7 Prozent Ende November.

In den drei Ländern wird am 13. März gewählt. Für die repräsentativen Umfragen befragte INSA am 19./20. Februar jeweils mindestens 1000 Wahlberechtigte. In allen drei Ländern ist mehr als ein Drittel der Wähler noch unentschlossen.

Nach Einschätzung des Wahlforschers Matthias Jung sollte die AfD von den etablierten Parteien nicht politisch stigmatisiert werden. „Die Ausgrenzung der Alternative für Deutschland ist ein Rohrkrepierer. Das bringt überhaupt nichts“, sagte der Chef der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen, die für ZDF-Umfragen und -Wahlanalysen zuständig ist, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. So würden potenzielle AfD-Wähler nur bestärkt, sich erst recht mit dieser Partei zu identifizieren.

„Polarisierung mobilisiert - und Mobilisierung ist das, was die AfD brauchen kann“, erklärte Jung mit Blick auf die Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt am 13. März. Nach seinem Eindruck schöpft die AfD ihr Potenzial „extrem gut“ aus. „Sie ist sehr monothematisch und sehr klar, sie verwirrt die Leute nicht mit mehreren Themen.“

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