Landtagswahlen
AfD-Erfolg alarmiert Merkel

Die AfD hangelt sich von einem Wahlerfolg zum nächsten. Das beängstigt selbst Kanzlerin Merkel. Von den CDU-Wahlkämpfern fordert sie deshalb, auf AfD-Themen zu setzen. Die Brandenburg-AfD feiert das als Erfolg.
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BerlinDer Spitzenkandidat der Alternative für Deutschland (AfD) für die Landtagswahl in Brandenburg und Vize der Bundes-AfD, Alexander Gauland, wertet es als Erfolg für seine Partei, wenn die Union nun versucht, mit AfD-Themen beim Wähler zu punkten. „Je stärker wir werden, desto größer der Wille in den anderen Parteien, unsere Positionen zu übernehmen oder wenigstens zu bedenken“, sagte Gauland im Interview mit Handelsblatt Online (Das komplette Interview lesen Sie morgen bei Handelsblatt Online). In der CDU und in der FDP gebe es ja mit Wolfgang Bosbach und Frank Schäffler durchaus Politiker, die kritisch zur Euro-Rettung stünden. „Je stärker die werden, umso größer ist unser Erfolg.“ Das Mitregieren sei da erstmal zweitrangig.

Eine mögliche Koalition mit der CDU würde zudem an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) scheitern. „Da müsste eine Revolte in der CDU ausbrechen, damit eine Koalition mit uns möglich wird. Das ist eher unwahrscheinlich. Daher glaube ich nicht, dass wir uns damit beschäftigen müssen“, so Gauland.

Dessen ungeachtet ist Gauland überzeugt, dass sich die Union künftig stärker der AfD öffnen werde. „Die CDU hat ihre Selbstsicherheit verloren. Das sehen Sie daran, dass einige Christdemokraten durchaus mit uns sprechen wollen und sich nicht an das von Herrn Kauder ausgesprochene Sprechverbot halten.“ Da bewege sich was. „Die CDU wird sich also, ob sie will oder nicht, mit uns auseinandersetzen müssen.“ Diese Entwicklung sei ein Erfolg für die AfD.

Merkel bezeichnet die AfD als „ein Problem aller Parteien“. Nur 23 Prozent der AfD-Wähler etwa bei der Landtagswahl in Sachsen seien von der CDU gekommen, sagte die CDU-Vorsitzende am Dienstag im RBB-Inforadio. „Das heißt, andere müssen sich genauso Gedanken machen wie wir.“

Sie forderte die CDU vor den Landtagswahlen am Sonntag in Brandenburg und Thüringen auf, die Themen und Ängste anzusprechen, die mögliche AfD-Wähler bewegten. Dazu gehörten etwa Kriminalität oder steigende Asylbewerberzahlen. Die Union müsse dabei aber auch Lösungen anbieten. Merkel betonte, das vom Bundesvorstand der CDU beschlossene Koalitionsverbot mit der AfD „steht auch weiter“.

Kommentare zu " Landtagswahlen: AfD-Erfolg alarmiert Merkel"

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  • "....auf AfD-Themen zu setzen."

    Wenn Frau Merkel es so gesagt/gemeint hat, dann hat Sie sich selber disqualifiziert, in wenigen Zügen (Schach) !!!

    Eine kleine sehr fragwürdige Clique, die unser Land/EU "gestaltet" !

    Nichtwähler,Protestwähler,Parteimitglieder ... werden nicht zur
    Kenntnis bzw. ignoriert !
    Dieses wird sich negativ auswirken in unserem Land und EU.

    Der kranke Lobbyismus und unseriöse "Volksvertreter" , die nach der politischen "Karriere", die private starten werden.
    Diese Beispiele werden wir nach der nächsten BT-Wahl erfahren, Wetten ! Nach 2005 konnten wir es auch "bewundern" !

    Mir sind diese WENDEHÄLSE und Kompetenzleeren, Lobbygesteuerten "Politiker", nicht alle aber zu viele, mittlerweile zuwider !!!

  • ein Problem eint sie alle. Kinder zeugen und nicht aus eigener Schaffenskraft für sie finanziell aufkommen können. Religionsfanatiker. Und Sexarbeit und Drogen aufgenommen zu haben um egal zu welchem Preis dumm global zu glänzen. Und damit es niemand merkt wie dumm sie sind, färben sie sich ständig die Haare anders. Regenbogen? Das auch im Westen Rückbau schon lange früher geplant werden müssen, wollen sie nicht hören.
    Bomben für Syrien damit arme Westdeutsche ihre Fäkalimmobilien vermietet bekommen. Und die Kriminellen sind die Junkies und die Spitzensportler. Und diejenigen die sich uns aufzwingen, in TV und überall. Mit Nullzinspolitik. Auch die DDR - Fussballer...alle. Commerz auf NULLZINS: Eindringlinge in allen Ländern. Deutsche Barbaren. WARWARIS.

  • Die Feststellung von Merkel, die AfD sei nicht nur für die CDU ein Problem, ist natürlich falsch. Nicht die AfD, die übrigens penetrant oft in den Medien als Rechts bzw. rechts "fischend" genannt wird, ist das Problem. Die aktuelle Schieflage der regierenden Parteien, deren alternativloses Ignorieren der beachtlichen Anzahl von Gegnern des sturen Regierungskurses ist das Problem, insbesondere was den Euro anbelangt. Die Unbeweglichkeit der arrivierten Parteien samt deren ideen- und tatenlosem Aussitzen der Euro-Krise begründet wesentlich den zu begrüßenden Erfolg der AfD. Sie kann für sich beanspruchen, verbreitete Unzufriedenheit in der Bevölkerung Gehör zu schenken und darauf zu reagieren. Das ist willkommener Ausdruck einer Demokratie und nicht die wohl etablierte Hörigkeit der von mächtigen Lobbys gelenkten Politiker.

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