Landtagswahlen: Atomkraft wird zum Top-Thema

Landtagswahlen
Atomkraft wird zum Top-Thema

Nach der Nuklearkatastrophe in Japan gewinnt das Thema Atomkraft vor den anstehenden Landtagswahlen in Deutschland bei den Wählern immer mehr an Bedeutung. Vor allem die Grünen profitieren von dieser Entwicklung.
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BerlinAngesichts der Nuklearkatastrophe in Japan stufen die Wähler in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz das Thema Atomkraft aktuellen Umfragen zufolge als besonders wichtig ein. Dabei bescheinigen die Befragten den Grünen unter den Parteien die höchste Kompetenz, ergab das am Freitag veröffentlichte ZDF-Politbarometer Extra. Entsprechend steigen ihre Werte laut ARD-Deutschlandtrend auch bundesweit: Wäre am nächsten Sonntag Bundestagswahl bekämen die Grünen 20 Prozent - fünf Punkte mehr als in der Vorwoche.

Gut eine Woche vor der Doppelwahl in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz könnten die Grünen mit ihren sehr guten Werten eine Mehrheit für SPD und Grüne ermöglichen, ergab die Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen für das Politbarometer. Allerdings gehen die Meinungsforscher davon aus, dass die Aussagen wegen der hohen emotionalen Betroffenheit über die Atomkatastrophe lediglich ein momentanes Stimmungsbild wiedergeben und keine Prognose für den tatsächlichen Wahlausgang am 27. März darstellen.

Im ARD-Deutschlandtrend von Infratest dimap erreicht die CDU/CSU mit 35 Prozent dasselbe Ergebnis wie in der Vorwoche, auch die SPD bleibt mit 28 Prozent stabil. Die FDP verliert einen Punkt und liegt nun bei 5 Prozent. Die Linke büßt zwei Punkte auf 7 Prozent ein. Für sonstige Parteien würden sich 5 Prozent entscheiden. Damit hat die schwarz-gelbe Regierungskoalition jetzt 40 Prozent der Bürger hinter sich, während Rot-Grün auf 48 Prozent der Stimmen kommt.

Nach der ARD-Umfrage halten gut zwei Drittel der Bürger (68 Prozent) das Aussetzen der Laufzeitverlängerung für ein reines Wahlkampfmanöver von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Nur jeder vierte Bürger (26 Prozent) hält das dreimonatige Moratorium für einen glaubwürdigen Kurswechsel der Union.

In Baden-Württemberg lägen die Grünen laut ZDF-Politbarometer mit 25 vor der SPD mit 22,5 Prozent und könnten in einer rot-grünen Koalition sogar den Ministerpräsidenten stellen. Grün-Rot erreichte damit einen deutlichen Vorsprung vor der CDU mit 38 Prozent und der FDP mit 5 Prozent. Die Linke würde mit 4,5 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. In Rheinland-Pfalz bekäme die SPD 37 Prozent, CDU 35 Prozent, FDP 5 Prozent, Grüne 13 Prozent, und Linke 4 Prozent.

In Baden-Württemberg wird das Thema Atomkraft als das mit deutlichem Abstand wichtigste Problem eingestuft (46 Prozent), in Rheinland-Pfalz liegt es mit 21 Prozent knapp hinter der Arbeitslosigkeit (26 Prozent) auf Platz zwei. In beiden Ländern sagen Mehrheiten (BaWü: 68 Prozent; RLP: 58 Prozent), dass das Thema Atomkraft einen wichtigen Einfluss auf ihre Wahlentscheidung habe. Die größte Kompetenz wird hierbei den Grünen zugebilligt (BaWü: Grüne: 47 Prozent; CDU: 17 Prozent; SPD: 13 Prozent; FDP: 1 Prozent; Linke: 1 Prozent; RLP: Grüne: 39 Prozent; CDU: 18 Prozent; SPD: 17 Prozent; FDP: 1 Prozent; Linke: 1 Prozent).

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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