Landtagswahlen
Fotofinish in NRW

Die CDU hofft oft den Wechsel, die SPD auf ein kleines Wunder. Kurz vor der Wahl haben alle Parteien sich selbst noch einmal Mut gemacht und in einem letzten Kraftakt zur Wahl der eigenen Partei aufgerufen. Dabei sieht es so aus, als könnte es in NRW noch einmal richtig spannend werden.

HB DÜSSELDORF. Bundeskanzler Schröder ist heiser, Joschka Fischer bekommt kaum noch ein Wort heraus. Und CDU-Spitzenkandidat Rüttgers lässt sich bei seinem letzten Auftritt bereits feiern wie der künftige Ministerpräsident. Die Kandidaten haben sich bis zum letzten verausgabt, jetzt entscheidet am Sonntag der Wähler.

Dabei sieht es so aus als würde es in NRW zu einem echten Fotofinish kommen. Denn nach einem Bericht von Spiegel Online beobachten Wahlforscher seit Tagen einen schrumpfenden Abstand zwischen der SPD und der sich siegesgewiss gebenden CDU.

Die SPD-Zahlen verbessern sich danach "deutlich", zitiert Spiegel online einen nicht näher bezeichneten Wahlforscher.

Institute wie die Forschungsgruppe Wahlen oder Infratest/Dimap erheben bis zum letzten Tag vor der Wahl Daten, um ihre Befragungen der Wähler vor dem Wahllokal statistisch abzusichern. Diese Ergebnisse werden aber nicht mehr veröffentlicht, um eine Beeinflussung der Wähler so kurz vor der Stimmabgabe zu vermeiden.

Letzter Appell an die Wähler

Unterdessen haben am Samstag Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) und CDU-Spitzenkandidat Jürgen Rüttgers noch einmal intensiv um die Stimmen der unentschlossenen Wähler geworben. Steinbrück absolvierte am Samstag eine letzte Wahlkampftour, die am Abend in seinem Wahlkreis im Ruhrgebiet enden sollte. Rüttgers machte bei einer Bootsfahrt von Bonn nach Düsseldorf mehrere Zwischenstopps für Wahlreden. Auch SPD - Chef Franz Müntefering schaltete sich im Ruhrgebiet in den Wahlkampf ein.

Steinbrück rief in einer offiziellen Erklärung dazu auf, zur Wahl zu gehen. Nach einem alles in allem fairen Wahlkampf liege es nun in der Hand der Bürgerinnen und Bürger, durch eine hohe Wahlbeteiligung "auch dafür zu sorgen, dass Extremisten an den Rändern des politischen Spektrums in unserem Land keine Chance bekommen". Vor fünf Jahren war die Beteiligung an der Landtagswahl auf das Rekordtief von 56,7 Prozent gefallen.

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel zeigte sich zuversichtlich. "Wir haben alle Chancen, zu gewinnen", sagte sie beim Landesparteitag der CDU-Brandenburg in Schwedt (Oder). Ein Sieg der CDU wäre auch ein Einschnitt für Rot-Grün im Bund. Nach 39 Jahren SPD-Herrschaft sei NRW stark sozialdemokratisch geprägt. "Es dauert sehr lange, bis dieser Filz wieder durchbrochen werden kann."

Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte am Freitagabend bei der offiziellen Schlusskundgebung der SPD in Dortmund die bundespolitische Bedeutung der Wahl betont. Er brauche für seine Politik die Unterstützung einer SPD-geführten Regierung im wichtigsten Bundesland, sagte der Kanzler.

Nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" (Samstag) hat die SPD - Führung bereits erste Vorkehrungen für den Fall eine Niederlage der rot-grünen Koalition in Nordrhein-Westfalen getroffen. Für diesen Fall solle für kommenden Mittwoch eine Krisensitzung des SPD - Bundesvorstands einberufen werden. Eine Parteisprecherin sagte dazu in Berlin: "Dieser Termin ist mir nicht bekannt."

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