Landtagswahlen
Große Wahl-Unlust in Berlin und im Nordosten

Die Wähler in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sind bis zum Sonntagmittag nur sehr verhalten in die Wahlokale gegangen, um die Zusammensetzung von Senat und Landtag beider Bundesländer neu zu bestimmen. Bei den Wahlen stehen die beiden einzigen rot-roten Landesregierungen auf dem Prüfstand.

HB SCHWERIN/BERLIN. In Berlin teilte die Landeswahlleitung am Sonntag mit, dass bis 12 Uhr erst 22,3 Prozent der Berechtigten zur Wahl gegangen waren. Vor fünf Jahren waren es zum selben Zeitpunkt 26,0 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern machte bis 14 Uhr nur gut ein Drittel der rund 1,42 Millionen Wahlberechtigten von seinem Stimmrecht Gebrauch. Bei der gemeinsamen Bundestags- und Landtagswahl 2002 lag die Wahlbeteiligung zur gleichen Zeit mit 44 Prozent deutlich höher.

Angesichts des schleppenden Auftakts baten die Spitzenkandidaten der großen Parteien in Mecklenburg-Vorpommern die Wähler inständig, ihre Stimme abzugeben. "Kommen Sie zur Wahl und verhindern Sie damit den Einzug der neuen Nazis in den Landtag", sagte Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) bei der Stimmabgabe. Ringstorff spielte damit auf die rechtsextremistische NPD an, die nach jüngsten Meinungsumfragen den Einzug in den Landtag schaffen könnte. CDU-Herausforderer Jürgen Seidel sagte: "Wer jetzt noch nicht gewählt hat, sollte sich auf den Weg ins Wahllokal machen."

In der Hauptstadt kann der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) damit rechnen, im Amt bestätigt zu werden. CDU-Herausforderer Friedbert Pflüger werden kaum Chancen eingeräumt. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Ringstorff muss befürchten, dass die von Jürgen Seidel angeführte CDU seine SPD überflügelt. Die Wahlen in beiden Ländern gelten genau ein Jahr nach der vorgezogenen Bundestagswahl auch als Stimmungstest für die große Koalition im Bund. Die Wahllokale schließen um 18 Uhr.

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