Landtagswahlen in Berlin
Wowereit lässt PDS und Grüne zappeln

Die Wähler in Berlin haben den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit von der SPD in eine überaus komfortable Position gebracht: Gestärkt durch einen Stimmenzuwachs für seine Partei, kann sich Wowereit seinen Koalitionspartner aussuchen. Der Preis für Grüne oder Linkspartei wären Zugeständnisse an die SPD.

HB BERLIN. Nach dem vorläufigen Endergebnis gewann die SPD leicht auf 30,8 (plus 1,1) Prozent hinzu. Die Grünen legten mit 13,1 Prozent (plus 4) deutlich zu. Die Linkspartei.PDS kam auf 13,4 Prozent (minus 9,2). Die bisherige rot-rote Koalition hat damit ebenso wie Rot-Grün mit 76 von 149 Sitzen eine knappe Mehrheit im Abgeordnetenhaus.

Die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Friedbert Pflüger kassierte mit 21,3 Prozent (minus 2,5) ihr schlechtestes Ergebnis seit 1946. Die FDP erreichte 7,6 Prozent (minus 2,4). Die WASG, die getrennt von der PDS antrat, erzielte 2,9 Prozent.

Die rechtsextremistische NPD konnte 2,6 Prozent (plus 1,7) der Stimmen auf sich vereinigen. Sie kam damit zwar nicht ins Abgeordnetenhaus, errang den Hochrechnungen zufolge aber Sitze in vier von zwölf Bezirksparlamenten. Die Wahlbeteiligung lag mit 58 Prozent gut 10 Prozentpunkte unter dem Wert von 2001, als noch 68,1 Prozent zur Wahl gegangen waren.

Sollten sich die Hochrechnungen bestätigen, kommt die bisherige rot-rote Koalition laut ZDF auf 74 von 145 Sitzen und eine rot-grüne Koalition auf 75 Sitze im Abgeordnetenhaus. Beide Bündnisse hätten damit nur eine beziehungsweise zwei Stimmen mehr als nötig. Wowereit kündigte Sondierungsgespräche mit beiden Parteien an. In einer Mehrheit von nur einer Stimme sah er keinen Grund gegen eine Koalitionsbildung.

Der SPD-Politiker sagte in der ARD, auch knappe Mehrheiten seien nicht unüblich. "Da muss man sich disziplinieren." Als Grundlage seiner Entscheidung sei, "mit wem wir so viel Sozialdemokratie wie möglich durchsetzen können". Eine große Koalition schloss SPD-Landeschef Michael Müller nachdrücklich aus.

Grünen-Spitzenkandidatin Franziska Eichstädt-Bohlig forderte die SPD zu Koalitionsgesprächen auf. Das Votum habe gezeigt, dass die Wähler die Grünen statt der PDS an der Macht wollten. "Ich hoffe, dass dieses Zeichen auch beim Bürgermeister ankommt", sagte sie. Grünen-Bundeschefin Roth sagte, der starke Stimmenzuwachs für die Grünen und die herben Verluste der PDS zeigten, dass die Wähler sich klar für Rot-Grün ausgesprochen hätten.

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