Landtagswahlen
SPD vor Zitterpartie

Die SPD will ihre Macht in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern nach zahlreichen Niederlagen bei Landtagswahlen in den vergangenen Jahren unbedingt verteidigen. Neben Klaus Wowereit und Harald Ringstorff stehen nur noch drei weitere SPD-Politiker an der Spitze von Landesregierungen.

HB BERLIN / HAMBURG. Die Sozialdemokraten in der Hauptstadt können sich voraussichtlich auf die Popularität ihres Bürgermeisters Wowereit verlassen - eine Fortsetzung der rot-roten Koalition ist wahrscheinlich. In Mecklenburg-Vorpommern muss Ministerpräsident Ringstorff dagegen mit hohen Einbußen rechnen. Im Nordosten könnte es für die SPD sogar eine Zitterpartie geben - Sozialdemokraten und CDU liegen in Umfragen dicht beieinander. Ob es für eine Fortsetzung von Rot-Rot reicht, ist unklar.

Vor vier Jahren hatte die Nordost-SPD noch 40,6 Prozent erreicht. Damals war neben dem Landtag in Mecklenburg-Vorpommern auch der Bundestag gewählt worden. Die SPD profitierte von der hohen Wahlbeteiligung und der Popularität des damaligen SPD-Kanzlers Gerhard Schröder nach der Flutkatastrophe.

Für die Bundes-SPD, Juniorpartner in der großen Koalition, wäre ein Doppelsieg am Sonntag Rückenwind bei der Reformarbeit. In Umfragen liegt die SPD deutlich hinter dem ohnehin schwachen Bundestagsergebnis von 34,2 Prozent. Bei den Landtagswahlen im März erzielte sie nur in Rheinland-Pfalz ein sehr gutes Ergebnis. In Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt blieben die Sozialdemokraten weit unter 30 Prozent. Die Partei ist bereits seit der Wiederwahl von Rot-Grün im Jahr 2002 auf Talfahrt. Bei fast allen Landtagswahlen und der Europawahl gingen Stimmenanteile verloren. In Niedersachsen, Schleswig-Holstein und zuletzt in Nordrhein-Westfalen mussten die Sozialdemokraten das Amt des Ministerpräsidenten an die CDU abtreten.

Die SPD ist an acht Landesregierungen beteiligt. In fünf Ländern, darunter Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, stellt sie den Ministerpräsidenten. Nur in Rheinland-Pfalz ist sie allein an der Macht. Koalitionen mit der CDU gibt es in Bremen, Brandenburg, Sachsen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt. An der Spitze der 570 000 Mitglieder zählenden Partei steht seit Mai 2006 Kurt Beck.

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