Landwirtschaft
Aigner entscheidet über Gen-Mais-Verbot

Die deutschen Bauern werden an diesem Dienstag Klarheit über die Zulässigkeit des Anbaus von Genmais erhalten. Bundesagrarministerin Ilse Aigner will dann ihre Entscheidung über ein mögliches Anbauverbot des genetisch veränderten Saatguts MON 810 des Konzerns Monsanto bekanntgeben.

HB BERLIN. Das Ministerium hatte dazu in den vergangenen Wochen Untersuchungen über mögliche Gefahren geprüft. Bauernpräsident Gerd Sonnleitner sprach sich für ein Verbot des Gen-Mais-Anbaus in Bayern aus.

Neben einem Monsanto-Bericht, der keinen Hinweis auf nachteilige Effekte im Zusammenhang mit dem Anbau von MON 810 in Deutschland belegt, wurden nach Angaben des Verbraucherministeriums auch kritische Studien zur Gentechnik geprüft, etwa des Bundesamts für Naturschutz, der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft und des Julius- Kühn-Instituts. Auch ein Verbot in Luxemburg werde berücksichtigt.

"Wir brauchen einen handfesten Grund, um den Anbau zu verbieten", hatte Agrarstaatssekretär Gert Lindemann der "Süddeutschen Zeitung" gesagt. Sonst könne eine Klage drohen, denn der Mais ist offiziell zugelassen. Sollte eine Schädlichkeit von MON 810 für die Natur nicht juristisch wasserdicht nachweisbar sein, drohten bei einem Verbot millionenschwere Schadensersatzansprüche von Monsanto, meldet das Magazin "Der Spiegel".

Aus der eigenen Partei wird Aigner heftig unter Druck gesetzt: Bayerns Umweltminister Markus Söder fordert, Deutschland zur "gentechnik-anbaufreien" Zone zu machen. In Bayern ist der Anbau von Gen-Mais besonders umstritten. "Ich bin dafür, den Anbau von MON 810 zu verbieten", sagte der Präsident des Deutschen und des Bayerischen Bauernverbandes Sonnleitner in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in München. Derzeit gebe es in Bayern allerdings nur ein bis zwei Betriebe, die Gen-Mais kommerziell anbauen wollten. Sonnleitner sprach sich für eine Fortsetzung des Versuchsanbaus aus.

Der Mais des Saatgutunternehmens Monsanto ist derzeit die einzige Genpflanze, die Bauern in Deutschland auf die Äcker bringen dürfen. In dem Mais soll ein künstlich hergestelltes Gen den Schädling Maiszünsler, einen Schmetterling, bekämpfen. Bundesweit ist für dieses Jahr eine Anbaufläche von knapp 3 600 Hektar geplant, vor allem in Ostdeutschland. Wegen unklarer Folgewirkungen ist der Gen-Mais- Anbau in einigen EU-Staaten bereits nicht mehr erlaubt.

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