Langzeitarbeitslose
Arbeitsagentur will neue Hartz-Reform

Die Bundesagentur für Arbeit macht sich für eine Modernisierung der Hartz-Gesetze stark. Momentan fehle es an Überblick und Transparenz. Die „Bild“-Zeitung veröffentlichte unterdessen die Kosten seit der letzten Reform.
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Zehn Jahre nach dem Start der Hartz-Gesetze plädiert die Bundesagentur für Arbeit (BA) für eine neue Reform. Insbesondere die Hilfen für Hartz-IV-Empfänger müssten institutionell gebündelt und verbessert werden, sagte BA-Vorstand Heinrich Alt der „Frankfurter Rundschau“. Das Nebeneinander von Arbeitsagenturen, Jobcentern und rein kommunalen Anlaufstellen habe sich „aus Sicht der Arbeitgeber und Arbeitnehmer als wenig überzeugend“ erwiesen und sei intransparent.

Auf kommunaler Ebene fehle der Überblick über den bundesweiten Arbeitsmarkt, kritisierte Alt. Auch müssten sich Jugendliche auf der Suche nach einer Lehrstelle und Aufstocker, denen der Arbeitslohn nicht zum Leben reicht, an mehrere Stellen wenden, um Leistungen zu beziehen oder vermittelt zu werden. Das sei „eindeutig keine glückliche Regelung“, monierte der BA-Vize.

Die „Bild“-Zeitung will unterdessen vom Bundesamt für Arbeit erfahren haben, dass der Staat seit der Einführung von Hartz IV gut 355 Milliarden Euro für Langzeitsarbeitslose ausgegeben habe. Die Aufstellung zeige Ausgaben von 178,7 Milliarden Euro für Arbeitslosengeld II und Sozialgeld.

Die Kosten für Unterkunft und Heizung summierten sich auf 106,8 Milliarden Euro. Für Leistungen zur Eingliederung in Arbeit wie etwa Umschulungen und Weiterbildungskurse wurden 38,8 Milliarden Euro gezahlt. Die Verwaltungskosten für Hartz IV beliefen sich auf 31,3 Milliarden Euro.

Die rot-grüne Koalition hatte im Zuge der Hartz-IV-Reformen die frühere Arbeitslosenhilfe für Langzeit-Arbeitslose und die Sozialhilfe zusammengelegt. Der Hartz-IV-Regelsatz für Erwachsene beträgt derzeit 382 Euro pro Monat. Zusätzlich bezahlt der Staat für Empfänger des Arbeitslosengeldes II innerhalb bestimmter Obergrenzen die Wohnung und die Heizkosten.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Langzeitarbeitslose: Arbeitsagentur will neue Hartz-Reform"

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  • Wer glaubt wie mancher Kommentator hier, Hartz IV lasse sich austricksen kennt die Lebenswirklichkeit in den Jobcentern nicht. Es werden mehr Arbeitslose betrogen wie Arbeitslose den Staat betrügen. Die hochgelobte Erneuerung des Sozialstaates kostet uns Jahr für Jahr über 50 Milliarden Euro und macht dabei die Menschen arm! Mehr Geld als je zuvor wird in die Langzeitarbeitslosigkeit investiert ohne den Anteil an Langzeitarbeitslosen zu senken. Im Gegenteil, der Anteil der Langzeitarbeitslosen an den Arbeitslosen ist seit 2005 gestiegen. Sozialer Abstieg erschwert die Rückkehr in den Arbeitsmarkt. Dies wurde in den USA genau erforscht. Weil aber vier Parteien beteiligt waren wird Hartz IV immer wieder als Erfolgsmodell verkauft. Als ob abergläubische einen Regenmacher bestellen und es regnet dann sogar. Ob das am Regenmacher lag wurde nie wissenschaftlich untersucht. Vielleicht liegt der Erfolg der deutschen Industrie auch einfach nur an der Euro Einführung und dem durch die Leiden der Südländer günstigem Wechselkurs für die deutsche Industrie. Das die vier Parteien Verfassungsbruch und Menschenrechtsverletzung in Kauf nehmen ist der wirkliche Skandal. Hartz IV wird einmal so enden - ....und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute."

  • Warum ich - gesund und arbeitsfähig - als Hartzer zum Nichtstun verurteilt bin, kann sich die Allgemeinheit auf meiner Facebook-Schicksalsseite anschauen: http://www.facebook.com/pages/Kein-Recht-auf-unbezahlte-Arbeit-im-Kapitalismus/374084899316061 Folgende Missetaten hat mein Ex-Konzern Deutsche Post AG an mir verbrochen: Nachdem ich dort viele Jahre beschäftigt war, wurde ich im Jahre 2008, als der rechtskräftig verurteilte Verbrecher Zumwinkel (Ex-Vorstandsvorsitzender) den Konzern an die Wand gefahren hatte, auf perfide Weise ins Ausland outgesourct. Zum Schein wurde mir vorgetäuscht, ich sei für zwei Jahre beurlaubt und erhalte dafür 9.000 Euro Prämie. Dann mußte sich der Human Resource Outputting Manager mit einer "Nebenabrede" in die Beurlaubung einmischen, um mir nach dem Fortbestand des Arbeitsverhältnisses zu trachten. Schließlich verklagte ich den Konzern beim Arbeitsgericht Düsseldorf auf DULDUNG, daß ich diesem und dem deutschen Volk UNENTGELTLICH dienen darf - das Hartz 4 Amt muß mich so oder so durchfüttern. Die Gegenseite beantragte völlig bescheuert die Klageabweisung. - Ich hatte 19 Jahre einen Straßenjob (Deutsche Post u. Post Danmark) und bin zu nichts anderem nutze. Es wird den deutschen Steuerzahler in der Summe über 200.000 Euro kosten, mich bis zu meiner Verrentung am 01.03.2038 für's perspektivlose Herumgammeln durchzufüttern.

  • PbTfTJustus
    Diese Harz 4 -jammerei geht mir auf den Keks! Bei Einführung rechnete die Regierung mit Kosten von 12,5 Mrd €. Heute sind es 40 Mrd €. Warum wohl? Weil die Menschen es im Laufe der Zeit geschafft haben, das System auszunutzen- bei verbesserter Wirtschaftslage. Ich persönlich kenne keinen bedürftigen Harz 4-Empfänger, aber 10 Leute-mich eingeschlossen-, die öffentliche Gelder abfassen-z.T. auch betrugsweise-, obwohl sie nicht bedürftig sind. Noch Fragen???

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