Lastenausgleich

Zwangsanleihe findet beim DGB-Chef Gehör

Der Vorschlag hatte für Wirbel gesorgt: Das DIW hat eine Zwangsanleihe für Reiche auf den Tisch gebracht. Dafür spricht sich jetzt auch der DGB-Vorsitzende Sommer aus - im Gegensatz zur Bundesregierung.
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Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Michael Sommer. Quelle: dpa

Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Michael Sommer.

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BerlinDer Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, will Reiche mit einer Zwangsanleihe an der Bekämpfung der Euro-Krise beteiligen. „Zwangsanleihen bei Reichen, die verzinst zurückgezahlt werden, sind als Lastenausgleich eine vernünftige Maßnahme“, sagte Sommer der „Bild“-Zeitung. Mit einem solchen Beitrag der Reichen und Vermögenden könne ein Wiederaufbauprogramm für Europa finanziert werden, „von dem auch Deutschland extrem profitieren würde“, fügte Sommer hinzu.

Zugleich sprach sich der DGB-Vorsitzende angesichts steigender Energiekosten für eine Entlastung einkommensschwacher Haushalte aus. „Wir müssen über sozial gestaffelte Tarife für einkommensschwache Privathaushalte reden, zum Beispiel ob man die Grundgebühr senkt oder eine Regelung über Zuschüsse findet“, sagte Sommer weiter. Derartige Hilfen dürften dann aber nicht auf Hartz-IV-Empfänger beschränkt werden, sondern müssten auch für Geringverdiener gelten.

Nach Angaben des Bundes der Energieverbraucher wird jährlich 600.000 bis 800.000 Menschen in Deutschland der Strom abgeschaltet, weil sie ihre Stromrechnung nicht bezahlen können.

Erst vor zwei Wochen hatte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine Zwangsanleihe für Wohlhabende vorgeschlagen. Die Bundesregierung wollte diese Idee nicht aufgreifen.

  • dapd
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49 Kommentare zu "Lastenausgleich: Zwangsanleihe findet beim DGB-Chef Gehör"

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  • Was nützt dem Staat denn überhaupt eine Zwangsanleihe? Deutschland kommt doch auch so an ausreichend Kredit heran zu sehr niedrigen Zinsen. Die Verschuldung wird also nicht niedriger und Kosten werden auch nicht gespart. Nur der Schelm vermutet, dass Herr Sommer eine Zwangsabgabe meint - dann soll er es auchsagen

  • Ausgerechnet dieser Herr Sommer der von den monatlichen Beiträgen der Gewerschaftsmitglieder wie die Made im Speck lebt stellt wieder einmal Forderungen. Ich frage mich nur welche Aufgaben dieser Obergerwkschaftsführer hat, ausser Forderungern zu stellen. Wie auch in Gewerkschaftskreisen schon angesprochen, kann der Posten von Herrn Sommer abgeschaft werden, ohne das irgendeine Lücke ensteht. Wie auch? Die Gehaltseinsparung kann dann dem Wiederaufbauprogramm für Europa zugeführt werden.

  • kschulz
    das können Sie von einem Herrn Sommr nciht erwarten.
    Ein DGB-Vorsitzender, der im Kanzleramt ein- udn ausgeht, vetritt schon lange nicht mehr seine Klientel und den normalen Bürger

  • Und ab wann sind für Sommer die Leute reich?
    Schon ab einem Jahreseinkommen von 60.000 €? Wie wir ja auch schon öfter lesen konnten?
    D. h. der gesamte Mittelstand soll das wohl finanzieren.
    Und wieso muß ich Europa aufbauen?
    Habe ich Europa zerstört?
    Hatten wir Krieg?

  • Ach, den Herrn Sommer gibt es auch noch! Ich habe immer eine Stellungnahme zu den die gesamte deutsche Bevölkerung ausplündernden Rettungsschirmen, besonders dieses Teufelsmachwerks ESM, von den Gewerkschaften erwartet. ES wäre die Aufgabe der Gewerkschaften gewesen, die fleißig arbeitende Bevölkerung vor der kollektiven Verarmung zu schützen. Z.B. zum Aufruf von Demonstrationen, falls eine Intervention bei unserer notorisch beratungsresistenten Kanzlerin nichts bewirkt hätte. Bei einer Demonstration gegen den ESM hätten die Gewerkschaftsbosse mal wieder Gelegenheit gehabt zu zeigen was sie am besten können, nämlich Beeinflussung der Massen durch archaisches Gebrüll! Aber leider war von den hoch bezahlten Gewerkschaftsgranden nichts zu vernehmen. Die können nur Lohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzung. Für die Interpretation des ESM ist wohl in der Vergangenheit nicht genug daran gearbeitet worden die Gehirne zu edlen Körperteilen zu entwickeln!

  • Den korrupten und saturierten deutschen Gewerkschafter-Pfeifen geht jetzt wohl die Düse, da sich in Frankreich welche aufgemacht haben, sie mit eingeschaltetem Turbo-Lader links zu überholen.

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

    "Die Menschheit richte sich danach, was die gerechten und vernünftigen unter den Frauen am Ende des freien und für alle offenen Streites der Argumente wollen, im Kleinen, im Großen, in allem!"

  • RalfB(04:25 Uhr): Ich stimme Ihnen zu 99,9999.. % zu, aber es müßte heißen:"...warum für die Verwalter im Sinne von Art.133 GG schuften...". Übrigens eine Frage die sich so langsam das gesamte PERSONAL(BPA)dieser BRfD fragen sollte!!!!

  • Etwas Anders ist aus dieser Ecke wohl auch kaum zu erwarten. Kaum eine Organisation betreibt so einseitige Schuldzuweisungspoltik und ignoriert notorisch die eigenen Mitverantwortung, wie die deutschen Gewerkschaften.
    Gerade hier wird der ständige Neid und die Feindbilder geschürt.
    Nicht zuletzt deshalb haben die Gerwrkschaften ihre besten Zeiten hinter sich. Korruption, Vorteilsnahme, Machtgeilheit und Instrumentalisierung ihrer Klientel dafür gehen leider immer noch einher mit dem eigentlichen Ziel der Arbeitnehmervertretung. Verantwortliche Wahrnehmung dieser interesse, die nicht nur scheuklappenmäßig den eigenen Vorteil vertritt ist mittlerweile selten geworden. Selbstverständlich ist es vvon Vorteil für die Kernklientel der Industriearbeitschaft wenn Andere zahlen. Das dies aber gerecht wäre, ist eine durch Vorurteile wie diese geschürte Illusion.

    H.

  • Ich stimme Ihnen zu: angesichts der neobolschewistischen Übergriffe auf die Arbeitseinkommen der Bevölkerung stellt sich zunehmend die Frage, ob sich die Politik von der marktwirtschaftlichen Ordnung verabschiedet hat. Auch die vermeintlichen Gralshüterparteien des Erhardt'schen Erbes sind längst zu Kostentreibern mutiert. Damit beschreiten sie einen Weg, der sie überflüssig machen wird. Beispielhaft dafür steht nicht nur die liederlich vorbereitete und dadurch teuere Energiewende, sondern auch zahlreiche kostentreibende Eingriffe in den Markt (s. geplante Apothekenpreiszuschläge, TrinkwVO und HKVO). Begünstigt wird diese verhängnisvolle Entwicklung durch die Lockerung der transatlantischen Denkorientierungen - verbunden mit der Hinwendung zur einer EU, die (entgegen der Vorstellungen ihrer Gründungsväter) dem Umverteilungssozialismus stärker fröhnt als dem Leistungsstreben im freien Wettbewerb. Offen linke Parteien glauben den Ausgleich für das staatliche Abzocken durch Lohnforderungen herbeiführen zu können. Andere, die vorwiegend von Sozialleistungsempfängern gewählt werden, setzen auf Umverteilung (u.a. durch Zwangsanleihen). Gefährlich sind die nicht offen als "linke" erkennbaren Parteien, denn deren Mitglieder und Wähler vertauten und vertrauen auf die Unantastbarkeit des Leistungprinzips. Folgerichtig profitieren diese Mitglieder und Wähler nicht von Umverteilung und Quasi-Enteignungen, sondern zahlen die Zeche für alle anderen: sie werden somit am meisten geschädigt.

  • Genau, jetzt wo die Reichen nur noch 1-1,5% sicher für Ihr Geld bekommen, kann man ja die Zwangsanleihen mit 2-2,5% verzinsen.

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