_

Laut Entwurf: EU-Finanzmarktsteuer greift nicht bei Devisengeschäften

Gute Nachricht für Devisenhändler: Der Kassahandel am Devisenmarkt soll nach dem Gesetzentwurf der EU-Kommission von der geplanten Finanztransaktionssteuer ausgenommen werden. Für Derivate gilt das aber nicht.

Wechselkurse in Fenster einer Wechselstube in Frankfurt am Main angezeigt. Devisengeschäfte sollen von der EU-Finanzmarktsteuer ausgenommen werden. Quelle: AP
Wechselkurse in Fenster einer Wechselstube in Frankfurt am Main angezeigt. Devisengeschäfte sollen von der EU-Finanzmarktsteuer ausgenommen werden. Quelle: AP

BrüsselDevisengeschäfte am Spotmarkt würden nicht erfasst, um den freien Kapitalverkehr in der Europäischen Union zu bewahren, heißt es in dem Reuters am Mittwoch vorliegenden Entwurf. Derivate auf Währungsgeschäfte werden dagegen besteuert. Mit der Ausnahme würde ein großer Teil des Devisenhandels von der Steuer verschont. Nach Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich lag der Umsatz im globalen Devisenhandel 2010 bei umgerechnet fast vier Billionen Dollar, der Kassahandel machte davon knapp 1,5 Billionen Dollar aus.

Anzeige

Die EU-Kommission will den Gesetzentwurf im Oktober für eine Transaktionssteuer in der EU vorlegen, obwohl es keine Aussicht auf die dazu notwendige Zustimmung aller Staaten gibt. Die Nicht-Euro-Länder Großbritannien und Schweden sind gegen die Steuer. Womöglich würde das Gesetz EU-Kreisen zufolge nur in der Euro-Zone eingeführt.

Nach dem Entwurf kämen britische Marktakteure aber trotzdem nicht um die Steuer herum. Maßgeblich für die Besteuerung soll das Sitzland eines der beiden beteiligten Geschäftspartner sein. Auch eine Bank aus den USA müsste die Steuer entrichten, wenn sie Handel mit einer in der EU - oder im Falle der begrenzten Einführung in der Euro-Zone - im Euro-Währungsgebiet ansässigen Bank betreibt. Geplantes Einführungsdatum ist Januar 2014. Die Einnahmen sollen nach Vorstellung der Kommission zumindest zum Teil dem EU-Budget zufließen - eine Idee, die von den großen EU-Staaten, allen voran Deutschland, abgelehnt wird.

  • Die aktuellen Top-Themen
Die Linke: Ulrich Maurer greift Parteispitze an

Ulrich Maurer greift Parteispitze an

In der Linken mehrt sich der Protest gegen die Parteispitze und den Zustand der Partei. Fraktionsvize Ulrich Mauer fordert eine radikale Verjüngungskur - und mehr Frauen. Denn in diesem Punkt hapert es gewaltig.

Gastkommentar: Die CDU muss weiter nach links rücken

Die CDU muss weiter nach links rücken

Nach der NRW-Wahl muss die Union neue Prioritäten setzen: Sie muss auf die Sorgen der Menschen reagieren. Sonst verliert sie noch mehr Vertrauen - und ihren Status als Volkspartei.

Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.