Laut Forsa-Umfrage
Wechselstimmung steht auf der Kippe

Die SPD lässt wachsende Sympathie für eine große Koalition nach der Bundestagswahl im September erkennen.

HB BERLIN. Finanzminister Hans Eichel und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement zeigten sich am Wochenende - auch angesichts eines möglichen Patts zwischen Schwarz-Gelb und Rot-Rot-Grün - offen für ein Bündnis mit der Union. Nach der jüngsten Forsa-Umfrage könnte die Wechselstimmung im Bund kippen.

Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) machte aber deutlich, dass sie eine Koalition mit der SPD verhindern will: „Mit einer zerrissenen SPD ist kein Staat zu machen. Deshalb wird es keine große Koalition geben, sondern ein Bündnis von Union und FDP.“

Clement sagte dem Magazin „Focus“: „Eine große Koalition ist jedenfalls kein Sündenfall. Sie ist ein demokratischer Weg, der Chancen eröffnen kann.“ Eichel meinte in der „Welt am Sonntag“, grundsätzlich sei „vieles vorstellbar, auch eine große Koalition“. Als Argument für ein Bündnis mit der Union nannte er die Handlungsfähigkeit in der Finanzpolitik, „um den notwendigen Subventionsabbau voranzubringen“.

43 Prozent der Bundesbürger sahen Anfang August - noch vor der Debatte über gravierende Wahlkampf-Pannen der Union - die Zeit reif für einen Machtwechsel. 51 Prozent antwortetet auf eine entsprechende Frage mit Nein, wie eine am Sonntag veröffentlichte Forsa-Umfrage im Auftrag des Senders N-TV ergab. Ende Mai hatten noch 49 Prozent für einen politischen Wechsel im Bund plädiert und 44 Prozent dagegen.

Die Meinungsforscher des Forsa-Instituts sehen in den Zahlen einen „signifikanten Meinungswechsel“. Wenn sich dieser Trend fortsetze, könne er „durchaus Einfluss auf das Wahlergebnis“ am 18. September haben. Die Wechselbereitschaft gilt als bedeutsamer Indikator für künftiges Wahlverhalten - besonders bei den noch Unentschlossenen.

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