Laut SPD-Politiker Lauterbach
Defizit im Gesundheitswesen könnte noch höher sein

Nach Berechnungen des SPD-Politikers Karl Lauterbach steigen die Gesundheitskosten in diesem Jahr stärker als erwartet. Ihm zufolge droht eine Kostenexplosion die Krankenkassenbeiträge sprunghaft ansteigen zu lassen.

HB BERLIN. Durch den Ausgabenanstieg für Arzneimittel und Krankenhausaufenthalte sei 2007 mit einer Finanzierungslücke von zehn Milliarden Euro zu rechnen, sagte der Gesundheitsexperte am Montag in Berlin. Strukturreformen seien dringender denn je nötig, sagte Lauterbach, der der Koalitionsarbeitsgruppe zur Gesundheitsreform angehört.

Wenn die Krankenhausärzte durch ihren aktuellen Streik annähernd die geforderten 30 Prozent mehr Gehalt bekommen, kämen zusätzlich zwei Milliarden dazu, sagte Lauterbach. Somit drohten die Kassenbeiträge um 1,2 Prozentpunkte zu steigen.

Forderungen der Hausärzte nach steigender Honorierung seien dabei nicht berücksichtigt. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hatte den zusätzlichen Finanzbedarf mit 2,2 bis 2,5 Milliarden angegeben, wobei sie den wegfallenden Bundeszuschuss, die geplante Mehrwertsteuererhöhung auch für Arznei- und Heilmittel und geplante Einsparungen durch das Anfang Mai in Kraft getretene Arzneimittelsparpaket einrechnete.

Lauterbach sagte hingegen, das Spargesetz sei „wenig effektiv“. Neben drastischen Anstiegen bei Arzneiausgaben und einem Minus von zwei Milliarden durch wegfallende sozialversicherungspflichtige Jobs veranschlagte er zusätzlich steigende Krankenhausausgaben. Auf der Basis des ersten Quartals 2006 sagte der SPD-Politiker einen Anstieg von jeweils rund zwei Milliarden Euro für Arzneien und Kliniken voraus.

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